OSLM eröffnet die Sonderausstellung: Nicht nur zur Zierde. Trachtenschmuck aus dem Teschener Schlesien

23. Juli 2013 Zugriffe: 6806 Geschrieben von Hrickova
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dsc 0264Am Sonntag, dem 21. Juli, wurde die neue Sonderausstellung „Nicht nur zur Zierde. Trachtenschmuck aus dem Teschener Schlesien“ im Oberschlesischen Landesmuseum in Ratingen eröffnet. Diese stellt zum ersten Mal für das deutschsprachige Publikum den Trachtenschmuck aus dem Teschener Land vor.

Dazu trafen trotz des schönen Wetters und mehr als sommerlichen Temperaturen viele Besucher ein.

Die prachtvollen Stücke, die die Fülle der verwendeten Motive sowie die Hintergründe der Herstellung und die Gewohnheiten des Tragens den Besuchern näher bringen sollen, waren bei dieser Gelegenheit erstmals zu bewundern.

Der Teschener Schmuck hat eine sehr interessante Geschichte hinter sich. Er entstand, wie die Teschener Bekleidung selbst, in der oberschlesischen Stadt Teschen (heute die Zweistadt Český Těšín/Cieszyn an der tschechisch-polnischen Grenze). Die Tracht hat ihren Ursprung in der Mode der Renaissance und wurde relativ stark von der west- und teilweise auch osteuropäischen Mode beeinflusst. Im Nachhinein verbreitete sie sich, und damit auch der Schmuck, auf das Land. Im Laufe der Zeit begleitete er nicht nur die Teschenerdsc 0303 Tracht, sondern auch die Tracht anderer Volksgruppen im Teschener Schlesien.

In der feierlichen und doch lockeren Atmosphäre sprach der stellvertretende Landrat des Kreises Mettmann, Michael Ruppert, die ersten Grußworte aus und verdeutlichte die Bedeutung der kleineren Museen im Kreis Mettmann. Diese wurden von ihm in Bezug auf die ausgestellten Exponate liebevoll als Kleinodien bezeichnet. Gleichzeitig würdigte er die Rolle des Museums als Gedenkstätte, welches seinen Besuchern durch das Andenken an die ehemalige Heimat eine Verbindung zu ihr gewährleistet und die Nationen zusammenbringt. Als bemerkenswert betrachtete er auch die Verwandlung der städtischen Bekleidung zu einer volkstümlichen Tracht und verdeutlichte diesen Weg als Weg der Demokratisierung und Emanzipation.

Ähnlich betrachtete die Landtagsabgeordnete für Heiligenhaus und Ratingen, Frau Elisabeth Müller-Witt, die Rolle des Museums und der Zusammenarbeit der Partner. Sie betonte die gemeinsame Vergangenheit der polnisch- und deutschsprachigen Bevölkerung und bezeichnete die Tracht und den dazu gehörenden Schmuck als gemeinsames Erbe.

Anschließend begrüßte auch der OSLM-Direktor Dr. Stephan Kaiser die Gäste und lobte die zahlreichen Aktivitäten und die Zusammenarbeit des Museums mit seinen polnischen Partner, besonders mit dem Oberschlesischen Museum in Beuthen/Muzeum Górnośląskie w Bytomiu (MGB) sowie weitere wichtige Arbeiten die dsc 0305das Museum in letzter Zeit leistete. Er bedankte sich bei dieser Gelegenheit bei den Partnern des Museums, ohne die auch die gerade eröffnete Ausstellung nicht hätte entstehen können. Aus der ethnographischen Sammlung des Oberschlesischen Museums in Beuthen kommt nämlich der Großteil der Exponate, die ihr vorübergehendes Zuhause in Ratingen fanden.

Ähnlich bedankte sich der Direktor des Beuthener Museums, Herr Dr. Dominik Abłamowicz, für die erfolgreiche Zusammenarbeit der Museen und lud die Gäste herzlich nach Beuthen ein.

Die Partnerschaft zwischen beiden Museen wird seit einigen Jahren durch die Übernahme und Weiterentwicklung von Ausstellungen besonders gut sichtbar. In diesem Rahmen findet auch die Präsentation von Teschener Trachtenschmuck in Ratingen 2013 statt. Diese hat ihr Vorbild in der Beuthener Ausstellung „Ozdoby szykownych prababek“/„Schmuck fescher Urgrossmütter“ adsc 0239us dem Jahr 20. Die Kuratorin der Ausstellung, Frau mgr Anna Grabińska-Szczęśniak, war ebenfalls anwesend.

Zuletzt kam noch eine kurze Einführung in die Ausstellung durch ihre Kuratorin, Frau Mgr. Jitka Hrickova, die die Hauptaspekte der Entwicklung des Teschener Schmucks knapp zusammenfasste und seinen Zusammenhang zu Kultur und Alltagsleben verdeutlichte. Der Schmuck ist nämlich nicht nur eine kleine nette Ergänzung der Kleidung. Er ist ein wichtiger Teil unserer Identität und eine Art der Kommunikation.

Davon, dass der Teschener Schmuck nicht nur schön ist, sondern dass er uns auch etwas zu sagen hat, können sie sich selbst bis zum 22. September überzeugen. Dabei bietet das Museum auch ein Begleitprogramm und die Möglichkeit einer Gruppenführung durch die Ausstellung. Ein 80-seitiger Katalog mit vielen farbigen Abbildungen ist zudem erhältlich.


Begleitprogramm

Workshop „Originelles Schmuckstück nach Lust und Gusto gestalten“

Donnerstag, 22. August, 18 – 20 Uhr.

Im Preis 20 Euro/Person sind Eintritt und Materialkosten enthalten.

Anmeldung erwünscht!

 

Öffentliche Führung

Abend-Führung mit einem Glas Sekt

Dienstag, 27. August, 19 Uhr

Im Eintrittspreis von 7,50 Euro sind eine Führung und ein Getränk enthalten.

Anmeldung erwünscht!


Information und Kontakt:

Oberschlesisches Landesmuseum

Bahnhofstr. 62, 40883 Ratingen

Tel: 0 21 02 / 96 50, Fax: 965 400

e-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! / Internet: www.oslm.de

 

Öffnungszeiten:

di – so, 11 – 17 Uhr, mo geschlossen

Kommende Veranstaltungen

Preisträgerkonzert Deutscher Musikrat
eine Veranstaltung des Kulturkreises Hösel
am Sonntag, 22. November um 17 Uhr
Ort: Stiftung Haus Oberschlesien

Samstags im Museum: Lokführer gesucht
museumspädagogisches Programm für Kinder
am Samstag, 25. Novembe um 14:30 Uhr
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

Oberschlesischer Adventsnachmittag mit Christbaumkugel-Workshop
am Sonntag, 3. Dezember ab 11 Uhr
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

Kontakt

Anschrift:
Oberschlesisches Landesmuseum
Bahnhofstraße 62
40883 Ratingen (Hösel)

Telefon:
+49(0)2102-9650

Email:
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