Praktikumsbericht von Julia Wahlsdorf (2017)

08. August 2017 Zugriffe: 797 Geschrieben von Peters-Schildgen
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Mein Praktikum vom 6. Juni bis zum 19. Juli 2017 hatte, im Gegensatz zu anderen Schüler- oder studienbegleitenden Praktiken, die einen Aufgabenüberblick im Museum anbieten, ein konkretes Ziel: die Überarbeitung der archäologischen Vitrinen in der Dauerausstellung des Oberschlesischen Landesmuseums. In einem einführenden Gespräch mit dem Museumsdirektor Herrn Dr. Stephan Kaiser wurden mir die kommenden Ausstellungen sowie Tätigkeitsfelder des Hauses vorgestellt. Danach begann ich mit der Recherche zum Thema „Archäologie in Oberschlesien“. Zwar hatte ich, aufgrund meines abgeschlossenen Studiums in Archäologie und Alter Geschichte, bereits Grundkenntnisse. Doch bedurfte es wegen der besonderen geographische Lage Oberschlesiens sowie des sehr weit gefassten Zeitrahmens vom Paläolithikum bis hin zum frühen Mittelalter weiterer Lektüreforschung.

Nach weiteren Recherchen in archäologischen Publikationen konnte ein erster schriftlicher Überblick über die Archäologie in Oberschlesien verfasst werden. Dieser wurde mit einer Wissenschaftlichen Mitarbeiterin besprochen und die Korrekturen wurden im Text berücksichtigt. Mit Hilfe eines Kollegen wurden einige Bildunterschriften aus den polnischen Publikationen übersetzt. Diese Bilder wurden daraufhin eingescannt und in den Überblick eingebaut. Ebenso wurde ein Glossar erstellt, um einige Fachbegriffe näher zu erläutern. Einer polnischen Kollegin in Oberschlesien, die mir bei meiner Aufgabe behilflich war, schickte ich den ersten Textentwurf. Auf dieser Basis fanden dann weitere Besprechungen statt. So konnten viele Fachfragen geklärt und neue Erkenntnisse berücksichtig werden. Daraus ist ein Text sowohl über die geographische Lage als auch über den Zeitraum des Paläolithikums entstanden.

Weiterhin habe ich bei der Vorbereitung der neuen Sonderausstellung "Troppau im Jahre Null" mitgewirkt. Die Ausstellung beschäftigt sich mit dem Schicksal der Stadt Troppau / Opava und ihren Bürgern im Jahr 1945. Die Troppauer Kulturorganisation OKO erstellte diese Ausstellung. Deshalb mussten alle Texte zuerst von den Mitarbeitern des Oberschlesischen Landesmuseums aus dem Tschechischen ins Deutsche übersetzt und umformuliert werden. An dieser intensiven Textarbeit war ich beteiligt. Meine Aufgabe war es, Texttafeln zu korrigieren und an einigen Stellen umzuschreiben, damit der Sinn deutlicher und verständlicher wird. Im Rahmen des Ausstellungsaufbaus war ich in die Diskussion mit den verantwortlichen Mitarbeitern um eine mögliche Anordnung und Abfolge der Tafeln in der Ausstellung eingebunden. Zuerst wurde überlegt, welche Tafeln zusammengehören, und danach, an welcher Wand sie am besten aufgehängt werden können. Ein solcher Plan ist notwendig und erleichtert den Aufbau, auch wenn am Tag des Aufbaus der Aufstellung zumeist noch einige Veränderungen vorgenommen werden. Weitere Überlegungen betrafen die Ausstellungsobjekte, die die Text- und Fototafeln ergänzen sollten. Gemeinsam mit einer Mitarbeiterin wurde ein Plakat mit dem Grafik-Programm Adobe InDesign gestaltet. Den Umgang mit dem Programm lernte ich zusätzlich bei meiner  Mithilfe an der Gestaltung eines Kartons für das Eisenbahn-Brettspiel kennen.

Außerdem wurde ich in die Planungen des diesjährigen OSLM-Sommerfestes eingebunden. In der ersten Besprechung wurden die verschiedenen Führungen und möglichen Aktivitäten abgeklärt sowie die Aufgaben verteilt. Meine Aufgabe bestand in der Erstellung eines Fotoquiz, welches Kinder durch die Eisenbahn-Ausstellung führen sollte. Ich fotografierte einige für die Kinder interessante und informative Ausstellungsobjekte und formulierte dazu Fragen und Aufgaben. Zudem überlegte ich, ob die Kinder nach der Teilnahme an dem Quiz eine Belohnung oder ein Andenken erhalten sollten. Ich entschied mich für eine Urkunde, auf der man Namen den des Kindes und den Punktestand eintragen konnte. Das Quiz mit den dazugehörigen Urkunden wurden nach dem Korrekturlesen ausgedruckt, geschnitten und laminiert. Zudem wurden Wertmarken erstellt, ausgedruckt und ausgeschnitten. Beim Sommerfest war ich für die Kinderbetreuung und die diversen Stände (Schlesis Eisenbahnquiz, Eisenbahn-Pustespiel, Sackhüpfen, Bastelltisch sowie Fotowand) zuständig sowie als Springer eingeteilt. Als Springer half ich sowohl an der Kasse als auch am Getränkestand aus. Leider kamen an dem Tag nicht so viele Kinder, auf die ich aufpassen und mit denen ich basteln und spielen konnte. Die anwesenden Kinder nahmen mit der ganzen Familie das große Angebot gerne an. Nachdem das Sommerfest vorbei war, war ich auch beim Abbau der Zelte und Stände und beim Auf- bzw. Wegräumen der verschiedenen Materialien behilflich.

Die Mitwirkung bei der Museumspädagogik war, unter Anleitung der Museumspädagogin, ein großer Bestandteil meines Praktikums. Ich durfte sie bei der Vorbereitung und Durchführung der Führung für eine dritte Grundschulklasse unterstützen und hatte die Gelegenheit, die Pädagogin bei der Führung und dem anschließenden praktischen Teil zu begleiten. Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit habe ich für die Führung einen Facebook-Eintrag erstellt, der die Zusammenarbeit zwischen der Schule und dem Museum betont und das neue museumspädagogische Programm für die schlesische Eisenbahnausstellung den Lesern näher bringt. Mitgewirkt habe ich auch am pädagogischen Sommerferienprogram. Für die beiden Angebote "Schlesis Eisenbahnwelt" und "Kartoffelkönig Friedrich der Große" erstellte ich ein Konzept. Dafür führte ich Recherchen durch, plante den Ablauf und entwickelte Vorschläge für den praktischen Teil. Meine Ideen konnten in die weitere Ausarbeitung des Programms einbezogen werden. In einem nächsten Schritt wurde in Zusammenarbeit mit einer weiteren Praktikantin ein Flyer gestaltet. So konnte das Programm gezielt auch in Schulen, KiTas oder an anderen Orten verteilt und verbreitet werden. Bei einer solchen Versandaktion für das museumspädagogische Angebot begleitend zur Eisenbahn-Ausstellung war ich zudem beteiligt.

Im Rahmen der Kooperation zwischen dem Museum und der in Hösel ansässigen Grundschule habe ich dort mit der Museumspädagogin das neue Programm für die Schulen vorgestellt. Wir besuchten die einzelnen Klassen und präsentierten den Schülern die neuen Angebote. Zusätzlich habe ich an einer weiteren pädagogischen Aktion teilgenommen, bei der Kinder unter unserer Anleitung selber Experimente zu unterschiedlichen Antriebsarten durchführen und in der Klasse vorstellen durften. Bei der Durchführung gab es einige kleinere Probleme. Außerdem hatte ich an einem Tag Museumsdienst, bei dem ich sowohl für die Kasse als auch für das Telefon zuständig war.

Insgesamt lernte ich verschiedene Aufgabenbereiche des Museums kennen. Meine Hauptaufgabe, die Überarbeitung der archäologischen Vitrinen, erledigte ich weitgehend selbstständig. Unterbrochen wurde diese Tätigkeit oftmals von anderen Terminarbeiten. Auf diese Weise war ich stets in den Museumsalltag eingebunden und hatte häufig die Gelegenheit, mit den verschiedenen Mitarbeitern des Hauses zusammenarbeiten. Einen weiteren Schwerpunkt bildete dabei die Museumspädagogik. Ich durfte nicht nur Führungen begleiten, sondern auch ein Ferienprogramm eigenständig erstellen. Zudem erhielt ich einen Einblick in den Vorbereitungen und in den Aufbau einer neuen Ausstellung.  

Mein Praktikum bestand nicht nur aus teamgebundener sondern auch aus selbstständiger Arbeit. So habe ich viel über die Arbeit in einem Museum erfahren.

Kommende Veranstaltungen

Samstags im Museum: Weihnachten auf dem Teller
museumspädagogisches Programm für Kinder
am Samstag, 16. Dezember um 14:30 Uhr
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

Weihnachtsgeschichte - Kinder Musizieren für Kinder
Musikalisches Krippenspiel
am Samstag, 16. Dezember um 17 Uhr
und am Sonntag, 17. Dezember um 17 Uhr
Ort: Haus Oberschlesien

Öffentliche Sonntagsführung
durch die Sonderausstellung "Schlesische Bahnwelten"
am Sonntag, 14. Januar um 15 Uhr
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

Sonntagskonzert "Die französische Klarinette"
eine Veranstaltung des Kulturkreises Hösel
am Sonntag, 14. Januar um 17 Uhr
Ort: Stiftung Haus Oberschlesien

Kontakt

Anschrift:
Oberschlesisches Landesmuseum
Bahnhofstraße 62
40883 Ratingen (Hösel)

Telefon:
+49(0)2102-9650

Email:
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