16.02.2018, Podiumsgespräch in Berlin: Ein Nationalstaat mit vielen Nationalitäten

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Geschrieben von Kretschmann
22. Januar 2018
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Ein Nationalstaat mit vielen Nationalitäten – Polens Grenz-und Minderheitenpolitik 1918–1939

Podiumsgespräch anlässlich von 100 Jahren Wiedererlangung der polnischen Staatlichkeit. Mit Włodzimierz Borodziej und Juliane Haubold-Stolle, es moderiert Peter Oliver Loew

Plakat Abstimmung OS OSLM kl

Das Ende des Ersten Weltkrieges läutete in Mittel- und Osteuropa eine Phase politischer, wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und kultureller Dynamik ein. Im allgemeinen Bestreben nach internationalem Frieden und Sicherheit wurden schnell widersprüchliche Entwicklungen sichtbar: Parallel zu Beschlüssen des Völkerbundes als Garant für eine dauerhafte Beilegung internationaler Konflikte entstanden auf der europäischen Landkarte Nationalstaaten mit territorialen Machtansprüchen und teilweise revisionistischen Tendenzen.

Einer davon war die am 11. November 1918 gegründete Zweite Polnische Republik. Von Beginn an belasteten die Grenzfragen die Stabilität des jungen Staates und auch das deutsch-polnische Verhältnis. Im Versailler Vertrag wurden dem polnischen Staat große Teile der deutschen Provinzen Posen und Westpreußen zugesprochen. In ethnisch heterogenen Gebieten wie Oberschlesien sollten Volksabstimmungen abgehalten werden. Danzig wurde als Freie Stadt unter den Schutz des Völkerbundes gestellt. Trotz Unterzeichnung eines Minderheitenschutzvertragens scheute der polnische Staat von Beginn an keine Konflikte mit seinen Minderheiten, insbesondere mit Deutschen, Juden und Ukrainern. Allerdings ging auch der deutsche Staat mit der innerhalb seiner Grenzen lebenden polnischen und polnisch-jüdischen Minderheit nicht zimperlich um.

Die Veranstaltung möchte einen Einblick in dieses bisher wenig bekannte Kapitel der polnischen Geschichte geben. Im Mittelpunkt steht dabei Polens Entwicklung zum Nationalstaat hin und sein Umgang mit Minderheiten in der Zwischenkriegszeit. Diskutieren möchten wir außerdem über die Konstruktion des Nationalen und über nationale Mythen, die aus dieser Zeit stammen und den öffentlichen Diskurs in Polen teilweise bis heute prägen.

Am Gespräch nehmen teil:

Prof. Dr. Włodzimierz Borodziej, Historiker, Universität Warschau

Dr. Juliane Haubold-Stolle, Historikerin, Kuratorin der Ausstellung »1914–1918. Der Erste Weltkrieg« im Deutschen Historischen Museum, Berlin.

Moderation: Dr. Peter Oliver Loew, Deutsches Polen-Institut.

Begrüßung: Dr. Magdalena Gebala, Deutsches Kulturforum östliches Europa, und Vasco Kretschmann, Kulturreferent für Oberschlesien

Freitag, 16.02.2018, 19:00 Uhr

buch|bund – deutsch-polnische Buchhandlung

Sanderstraße 8, 12047 Berlin, Deutschland

Eintritt 4,– Euro

Eine Veranstaltung des Deutschen Kulturforums östliches Europa in Potsdam, des Kulturreferenten für Oberschlesien am Oberschlesischen Landesmuseum in Ratingen und des Deutschen Polen-Instituts in Darmstadt

Matthias Nawrat sprach über das Oppelner Schlesien

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Geschrieben von Kretschmann
07. Dezember 2017
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Mehr als 90 Gäste kamen ins Haus Schlesien zur Lesung des mehrfach ausgezeichneten Schriftstellers Matthias Nawrat. Sein neuester Roman „Die vielen Tode unseres Opas Jurek" ist eine deutsch-polnische Familiengeschichte, die der Tragik des 20. Jahrhunderts mit einer Menge Humor begegnet. Die zahlreichen familienbiografischen Anknüpfungspunkte aus dem Leben des Autors boten Anlass für ein Gespräch über die Identitäten und Erlebnisse eines sogenannten Spätaussiedlers. Nicht ungewöhnlich für das Oppelner Schlesien ist die vielfältige Herkunft von Nawrats Großeltern, die sowohl aus dem damals noch deutschen Schlesien als auch aus Zentral- und Ostpolen stammen.

Die Lesung wurde durch den Kulturreferenten moderiert und fand in Zusammenarbeit mit dem Dokumentations- und Informationszentrum Haus Schlesien und mit Unterstützung durch das Literaturhaus Bonn und Literatur im Siebengebirge e.V. statt.

29.11.2017: Schlesische Erfahrungswelten. Lesung und Gespräch mit dem Autor Matthias Nawrat in Haus Schlesien

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Geschrieben von Kretschmann
14. November 2017
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Matthias Nawrat Buch 2Opa Jurek eröffnete nach dem Krieg im oberschlesischen Oppeln/Opole ein Lebensmittel-geschäft und steigt im Laufe seines bewegten Lebens bis zum Kaufhausdirektor auf. An seinem Leben davor, dazwischen und danach entfaltet sich eine deutsch-polnische Geschichte zwischen Kindheit und Alltag, Politik und Kriegserfahrung und einer Menge Humor. Matthias Nawrat lässt in seinem Roman „Die vielen Tode unseres Opas Jurek" die Hauptfigur in 32 Episoden seine Familien- und Lebensgeschichte erzählen, zwischen der Kindheit in Warschau, der Gefangenschaft in Auschwitz, dem Heimisch werden in Oppeln und Polens Aufbruch nach 1989. Die Geschichte des schlesischen Oppeln und Jureks Verwandtschaft in Deutschland bieten eine Reihe autobiographische Anknüpfungspunkte aus dem Leben des Autors.

Matthias Nawrat wird aus seinem neusten Roman und weiteren Texten lesen und im Anschluss mit uns über die Komplexität (ober-)schlesischer Erfahrungswelten ins Gespräch kommen.

Matthias Nawrat wurde 1979 im oberschlesischen Oppeln/Opole geboren. Mit zehn Jahren zog er mit seiner Familie nach Bamberg. Er studierte Biologie in Freiburg/Br. und Heidelberg sowie Literatur am Schweizer Literaturinstitut in Biel. Nawrat lebt in Berlin. Für seinen Debüt-Roman „Wir zwei allein" (2012) erhielt er verschiedene Auszeichnungen, u.a. den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis. Sein Roman „Unternehmer" (2014) wurde für den Deutschen Buchpreis nominiert und mit dem Kelag-Preis und Bayern2-Wortspiele-Preis gewürdigt. In seinem dritten Roman „Die vielen Tode unseres Opas Jurek" (2015) begibt sich Nawrat an seinen Geburtsort und erzählt ein polnisch-schlesisches Familienepos. Er erhielt u.a. den Bremer Literaturpreis und die Alfred-Döblin-Medaille.

Mittwoch, 29. November 2017, 19:00 Uhr

Haus Schlesien, Dollendorfer Str. 412, 53639 Königswinter

Karten 5 € / 2,50 € über T 02244 - 88 60, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

oder an der Abendkasse.

Begrüßung und Einführung: Nicola Remig | Lesung: Matthias Nawrat | Diskussion mit dem Autor: Vasco Kretschmann.

Eine Veranstaltung des Kulturreferats für Oberschlesien und HAUS SCHLESIEN in Zusammenarbeit mit Literaturhaus Bonn und Literatur im Siebengebirge e.V. Gefördert aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Probieren, Anfassen und Mitnehmen sind erlaubt! Zum Herbstmarkt im Oberschlesischen Landesmuseum kamen fast 500 Gäste

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Geschrieben von Kretschmann
13. November 2017
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Anlässlich der Eröffnung der Sonderausstellung „Kann Spuren von Heimat enthalten" (Haus des Deutschen Ostens, München) im Oberschlesischen Landesmuseum organisierte das Kulturreferat am 12. November 2017 einen Herbstlichen Handwerker- und Delikatessenmarkt. Geboten wurden schlesische Produkte aus deutscher und polnischer Herstellung wie Neisser Konfekt, Liegnitzer Bomben oder Streuselkuchen. Bunzlauer Porzellan und schlesische Stickereien ergänzten den Herbstmarkt. An den Ständen erhielten die Besucher Auskunft über die Hintergründe der Produkte. Mit dem Aktionstag bot sich die Möglichkeit zu unseren Ausstellungsinhalten einmal etwas zum Probieren, Anfassen und Mitnehmen anzubieten.

Allen Ausstellern und dem OSLM-Team sei herzlich gedankt!

Eine Reise zum Erbe der Reformation in Oberschlesien und Mährisch-Schlesien

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Geschrieben von Kretschmann
10. November 2017
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KR Studienreise 1Die Feierlichkeiten zu 500 Jahren Reformation boten Anlass, einmal jenseits der Zentren der Reformation in Mitteldeutschland und Niederschlesien zu blicken. Eine gemeinsame Studienreise (19.-21. Oktober 2017) des Deutschen Kulturforums östliches Europa und des Kulturreferats für Oberschlesien bei der Stiftung Haus Oberschlesien erkundete Orte historischen und gegenwärtigen evangelischen Lebens im polnisch-tschechischen Grenzgebiet. Im Mittelpunkt der Exkursion für 15 Studierende unterschiedlicher Fachrichtungen aus Deutschland, Polen und Tschechien standen – neben der hussitischen Vorgeschichte der Reformation – sowohl das Reformationsgeschehen wie auch die Unterdrückung und Behauptung des Protestantismus in den beiden schlesischen Landesteilen.

Das von Ariane Afsari (Deutsches Kulturforum östliches Europa) und Vasco Kretschmann (Kulturreferat für Oberschlesien) entwickelte dreitägige Erkundigungsprogramm begann in Bielitz-Biala (Bielsko-Biała), dem Sitz der flächenmäßig kleinsten und zugleich mitgliederstärksten evangelischen Diözese Polens. Weitere Stationen waren die Städte Teschen (Cieszyn/Těšín) mit der einzigen Gnadenkirche Oberschlesiens und zugleich der größten evangelischen Kirche Polens, sowie Ratibor (Racibórz) auf den Spuren ehemaligen evangelischen Lebens. Im mährisch-schlesischen Fulnek und Zauchtel (Suchdol nad Odrou) besuchte die Gruppe neben den Wirkungsstätten der ehemaligen deutschen evangelischen Gemeinde auch Orte der Böhmischen Brüder, einer vorreformatorischen Bewegung. Den Abschluss der Studienreise bildete eine Exkursion nach Kunwald (Kunvald) in Ostböhmen, dem ersten Zufluchtsort der Brüdergemeinde. Entlang der polnisch-tschechischen Grenze bot die Studienreise Einblicke zur Reformationsgeschichte Schlesiens über einen nahezu 600-jährigen Zeitraum.

In der historisch komplexen Region halfen Vorbereitungstexte und Fachreferate während der Fahrten bei der Orientierung und Einordnung. Die evangelische Kirchengeschichte Schlesiens ist von zwei Niedergängen durch die Gegenreformation und die Vertreibung der ansässigen Bevölkerung geprägt – und dennoch ließen sich zahlreiche Spuren dieser einzigartigen Kulturgeschichte auffinden. Ein ausführlicher Reisebericht des Kulturreferenten erschien in der Zeitschrift Schlesischer Gottesfreund (Januar 2018) der Gemeinschaft evangelischer Schlesier (Hilfskomitee) e.V. und der Kirchlichen Stiftung Evangelisches Schlesien.

Kommende Veranstaltungen

Sonntagskonzert "Die französische Klarinette"
eine Veranstaltung des Kulturkreises Hösel
am Sonntag, 14. Januar um 17 Uhr
Ort: Stiftung Haus Oberschlesien

Samstags im Museum "Alles in Butter"
museumspädagogisches Programm für Kinder
am Samstag, 27. Januar um 14:30 Uhr
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

Öffentliche Führung mit anschließendem Mittagessen
durch die Sonderausstellung "Kann Spuren von Heimat enthalten"
am Sonntag, 4. Februar 11:30
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

Kontakt

Anschrift:
Oberschlesisches Landesmuseum
Bahnhofstraße 62
40883 Ratingen (Hösel)

Telefon:
+49(0)2102-9650

Email:
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