Jubiläum: 175 Jahre schlesische Eisenbahnen

Ein großes Jubiläum wird gefeiert! Vor fast 175 Jahren, am 21. Mai 1842, begann in Schlesien die Geschichte der Eisenbahn. An diesem Tag wurde die erste schlesische Eisenbahnstrecke feierlich eröffnet. Um 11:15 Uhr startete der erste Zug mit fast 200 Fahrgästen von Breslau nach Ohlau. Die Bahnverbindung zwischen diesen schlesischen Städten zählt zu den ersten in Deutschland überhaupt. Ein Tag nach der feierlichen Probefahrt wurde die Bahnlinie Breslau - Ohlau für den normalen Personenverkehr freigegeben.

Die Oberschlesische Eisenbahn wurde in nächsten Jahren Schritt für Schritt weiter ausgebaut. Im August 1842 konnte man mit der Bahn schon bis nach Brieg fahren, zwei Jahre später nach Oppeln und im Jahre 1845 bis nach Schwientochlowitz. Am 3. Oktober 1846 bekam auch die Grenzstadt Myslowitz einen eigenen Bahnanschluss an die Oberschlesische Eisenbahn.

Nicht nur die schlesischen Machthaber, sondern auch die hiesigen Unternehmer und Landbesitzer stellten schnell fest, welche wirtschaftlichen Vorteile die Eisenbahn brachte. In kurzer Zeit wurden mehrere Bahngesellschaften gegründet, die den Bau der Eisenbahnstrecken organisierten und die Strecken betrieben. So wurden zum Beispiel die Rechte-Oder-Ufer-Eisenbahn, Niederschlesisch-Märkische Eisenbahn oder Breslau-Freiburger Eisenbahn ins Leben gerufen. Die Zusammenarbeit zwischen dem Staat und den Bahnbesitzern führte dazu, dass das schlesische Eisenbahnstreckennetz Anfang des 19. Jahrhunderts zu den dichtesten im Deutschen Reich gehörte.

Auch das Oberschlesische Landesmuseum in Ratingen feiert 2017 das Bahnjubiläum. Die Sonderausstellung „Schlesische Bahnwelten: 175 Jahre Modernität und Mobilität“ erzählt die spannende und facettenreiche Geschichte der Eisenbahn in Schlesien. An dieser Stelle stellen wir Ihnen einige der vielen einzigartigen Exponate vor, die Sie bei uns mit eigenen Augen bewundern können. Die Ausstellung bietet natürlich noch viel mehr, und dazu laden wir Sie herzlich ein! Auf Ihren Besuch im Oberschlesischen Landesmuseum freuen wir uns sehr.

7. Wasserturm in Lauban

29. Dezember 2016 Zugriffe: 1092 Geschrieben von Ondrichova
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Wassertürme gehörten vor allem in der Blütezeit der Dampflokomotiven zur Grundausstattung an den Bahnhöfen. Sie dienten als Vorratsbehälter für Trink- und Betriebswasser. Je größer und höher der Turm, desto höher Druck und desto schneller floss das Wasser durch die Rohre. Nur so war es möglich, den Tender einer Dampflok schnell mit Wasser zu füllen. Dazu wurden große Wasserkräne benötigt, die - je nach Bahngesellschaft - unterschiedlich konstruiert sein konnten. Da die Dampfmaschinen der Lokomotiven einen hohen Wasserverbrauch hatten, mussten auf längeren Strecken Wassertürme in regelmäßigen Abständen gebaut werden. Heutzutage sind nur vergleichsweise wenige von diesen außergewöhnlichen Bauwerken erhalten geblieben. Auf dem Bild ist der Wasserturm in Lauban (poln. Lubań) zu sehen. Der Keilbahnhof Lauban verbindet die Linien nach Görlitz, Kohlfurt und Hirschberg.

In der Ausstellung ‚Schlesische Bahnwelten: 175 Jahre Modernität und Mobilität’ wird die Funktion der Wassertürme und anderer Bahnbauten erläutert.

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