10.02. - 20.04.2008 - Natürlich Oder - Ein Fluss wird neu entdeckt

15. März 2012 Zugriffe: 7626 Geschrieben von Peters-Schildgen
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Fotoausstellung aus dem Museum für schlesische Landeskunde in Königswinter

Die Oder gilt als die Lebensader Schlesiens. Sie entspringt im mährischen Odergebirge bei Kozlau im heutigen Tschechien und durchfließt das Land von Südosten nach Nordwesten. Nach 912 km mündet der stark mäandrierende Tieflandstrom bei Stettin in die Ostsee. Ihr Einzugsgebiet umfasst 119.000 qkm.

Bereits im Altertum wurde die Oder zum Zwecke der Fischerei oder des Fährbetriebes befahren. Erste Versuche der Verbesserung der Oderschifffahrt lassen sich für das 16. Jahrhundert unter König Ferdinand I. nachweisen. 1669 wurde der Friedrich-Wilhelm-Kanal eröffnet, der die Oder mit der Spree und damit Schlesien mit Berlin verband. Aber erst Friedrich der Große führte umfangreichere Ausbaumaßnahmen an der Oder durch. Er ließ den Flusslauf begradigen. 1874 begann der geregelte Ausbau der Oder zum Großschifffahrtsweg. Heute kommt der Binnenschifffahrt in Polen im nationalen und unternationalen Warenverkehr lediglich eine marginale Bedeutung zu. Mit dem 2001 verabschiedeten Programm „Oder 2006” plant Polen nun den Aufbau eines Wasserwirtschaftssystems entlang der Oder. Dieses Programm soll die Belange der Schifffahrt mit den Erfordernissen des Naturschutzes und des Hochwasserschutzes in Einklang bringen. Denn immer wieder ist es an der Oder zu verheerenden Hochwassern sowohl im Sommer als auch im Winter gekommen. Besonders das Hochwasser im Sommer 1997 mit seinen katastrophalen Folgen für die Anlieger des Flusses hat die bis dahin hauptsächlich als Grenzfluss zwischen Deutschland und Polen wahrgenommene Oder plötzlich wieder in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt.
Natürlich Oder.

Diese vielen Gesichter der Oder hat der international erfahrene Expeditionsfotograf Willy Sinn aus den unterschiedlichsten Perspektiven festgehalten. Seit den 1990er Jahren nimmt der aus Würzburg stammende Fotograf an Extrem-Expeditionen auf allen Kontinenten teil. Mit der Kamera hält er die Menschen und die Natur in ihrer Vielfalt fest. Seit 2003 macht er seine Fotografien der Öffentlichkeit zugänglich. Bei diversen Ausstellungen in Museen und Galerien in Deutschland und Polen hat er das Publikum mit seinen faszinierenden Aufnahmen begeistern können. Seine Aufnahmen von der Oder von Frankfurt/Oder bis Gleiwitz zeigen nicht nur die teilweise sehr ursprünglichen landschaftlichen Schönheiten mit ihrem heute hohen ökologischen Wert, sondern auch die Silhouetten wichtiger Städte, prägnante Brückenbauwerke und interessante technische Details der Schleusen und Kraftwerke.

So lädt die Ausstellung ein zu einer reizvollen Fahrt auf der „Lebensader Schlesiens” und zu einer ganz neuen Entdeckung dieses Flusses und seiner wechselvollen Geschichte. Dazu tragen auch ergänzendes Kartenmaterial, Publikationen, Plakate sowie verschiedene Darstellungsmedien wie Film- und Diaprojektionen bei. Und natürlich steht das Thema Wasser im Mittelpunkt: In den museumspädagogischen Begleitangeboten für Schulklassen, Kinder- und Jugendgruppen werden Versuche mit selbstgebauten Filtern durchgeführt, Wasserproben untersucht und Quizfragen beantwortet.

Weitere Bilder und Informationen finden Sie hier.