8.3. bis 03.05.2015 - Immer wieder zu Ostern. Schlesische Ostereier und mehr

02. Dezember 2014 Zugriffe: 7293 Geschrieben von Peters-Schildgen
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plakat ostereier2015

Im christlichen Osterfest haben sich viele ursprünglich heidnische Bräuche erhalten. Sie unterscheiden sich je nach Land und Glaubensangehörigkeit. Dazu gehört auch die Kunst, Ostereier phantasievoll zu bemalen und zu verschenken. Dieser alte Osterbrauch wird noch heute fast überall auf der Welt praktiziert. In Oberschlesien lässt sich das Verzieren von Ostereiern bis ins 10. Jahrhundert zurückverfolgen: Bei archäologischen Ausgrabungen in Oppeln wurde ein mit einer Batiktechnik verziertes Osterei aus dieser Zeit entdeckt. Das Wachsbatikverfahren gehört zu den ältesten Techniken des Verzierens von Ostereiern und ist slawischen Ursprungs. Diese Technik war vor allem in den östlichen Gebieten Polens bekannt. Noch heute ist das kunstvolle Verzieren von Ostereiern in Oberschlesien sehr lebendig. Besonders schöne Ergebnisse kann man mit der in Oberschlesien häufig verwendeten Kratztechnik erzielen. Dabei wird das jeweilige Muster aus der einfarbig getönten Oberfläche des Eis herausgekratzt. In dieser Methode verzierte Ostereier werden „Kroszonki“ genannt. Viele Ostereier aus Schlesien weisen solche Muster auf – je feiner und zarter die Mustergestaltung, desto schöner das Ei. So verwandeln geschickte Hände gewöhnliche Hühner-, Gänse- oder auch Straußeneier in feinste Kunstwerke. Der Faszination für diese schönen Objekte kann sich niemand entziehen: "Das sieht ja aus, wie feinste Spitze! Wie lange dauert das Verzieren eines Ostereis? Unglaublich, wie die das machen!" So oder ähnlich äußern sich viele Besucher im Oberschlesischen Landesmuseum beim Anblick der aufwändig verzierten Ostereier aus Oberschlesien. Sie sind mehr als bloßes Handwerk. Darauf beruht auch der große Zuspruch der Osterei-Ausstellungen, die das Museum seit 2010 und damit 2015 bereits zum sechsten Mal in Ratingen präsentiert.

Erneut werden aufwändig verzierte Ostereier groß in Szene gesetzt. Das Oberschlesische Landesmuseum hat dafür in den vergangenen Jahren seinen eigenen Bestand erweitert. Viel Neues bietet die Ausstellung: Zu entdecken sind reich verzierte Ostereier, Osterbräuche, Ostersprüche und Traditionen aus aller Welt, dazu leckere Koch- und Backrezepte rund ums Ei und den Osterschmaus. Ganz groß heraus kommen Hühner-, Gänse- und Straußeneier. Sie werden stets in anderer Inszenierung vorgestellt. Handgefertigte Ostereier aus Oberschlesien werden zum Kauf angeboten. Außerdem gibt es eine öffentliche Führung durch die Ausstellung und den begehrten Kreativkurs, in dem die traditionelle schlesische Kratztechnik unter fachlicher Anleitung erlernt werden kann.

Die Ausstellungstexte mit Informationen zu typisch oberschlesischen Osterbräuchen finden Sie hier als PDF-Datei.

Begleitprogramm

Sonntag, 22. März 2015, 15 Uhr
Öffentliche Führung durch die Sonderausstellung

Samstag, 28. März, 14 - 16.30 Uhr
Schöne Ostereier selbst verziert
Kreativkurs zur Einführung in die traditionelle schlesische Kratztechnik
Teilnahmegebühr: 10 € pro Person, weitere Familienangehörige je 5 €