Melchior Grossek in Wiesbaden

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Geschrieben von Mehring
13. März 2014
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Friedrich Kardinal Wetter eröffnet Ausstellung über Melchior Grossek in Freising

Grossek FliegerjagdSeit dem 16. Oktober zeigt der Bund der Vertriebenen, Landesgruppe Hessen die Ausstellung des Oberschlesischen Landesmuseums mit Werken Melchior Grosseks in Wiesbaden.

„Wie der Priester von der Kanzel durch das Wort, so soll der Künstler von den Wänden durch das Bild dem Volke predigen. Für beide Prediger lautet der Auftrag: lehret alle Völker.“
Dieser Leitgedanke prägte das geistliche und künstlerische Wirken von Melchior Grossek (1889 – 1967) gleichermaßen. Er verstand sich in erster Linie als Priester und Seelsorger. Doch Zeit seines Lebens drückte er sich auch durch die Kunst aus. Das Oberschlesische Landesmuseum zeigte 2010/11 erstmals einen Querschnitt durch das vielseitige künstlerische Werk dieser bemerkenswerten Persönlichkeit. Nachdem die Ausstellung auch in Grosseks Wahlheimat Berlin, im Domschatz- und Diözesanmuseum Eichstätt und dem Bonifatiushaus in Fulda gezeigt wurde ist das Bildungszentrum des Bistums München und Freising nun bereits die fünfte Station dieser bemerkenswerten Schau.

Zahlreiche Besucher begaben sich zur Eröffnungsfeier auf den Freisinger Domberg. Der Leiter des Kardinal-Döpfner-Hauses Msgr. Rainer Böck begrüßte das interessierte Publikum, darunter auch der Landtagsabgeordnete Dr. Florian Hermann. Nach einer Einführung in das Leben und Werk Melchior Grosseks durch den Münchener Sammler Adalbert Klein und die Kuratorin des Oberschlesischen Landesmuseums Melanie Mehring, eröffnete Friedrich Kardinal Wetter, der emeritierte Erzbischof von München und Freising die Ausstellung. Kardinal Wetter nahm den Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren zum Anlass auf die Position und Rolle der Kirche in dieser Zeit zu verweisen. Vor dem Hintergrund dieses Gedenkjahres haben die Werke Grosseks eine besondere Bedeutung. Grossek verlorener SohnEines seiner Hauptwerke, den Scherenschnittzyklus „Gestalten des Todes – Ein Totentanz des Weltkriegs“ widmete Melchior Grossek seinen beiden Brüdern, die im Ersten Weltkrieg fielen. In schauriger Eindringlichkeit werden dem Betrachter die Schrecken des Krieges vor Augen geführt.

Bund der Vertriebenen
Bund der VertriebenenLandesverband Hessen e.V.

Friedrichstraße 35
65185 Wiesbaden

Tel.: 0611 - 36019-0
Fax: 0611 - 36019-22

Melchior Grossek ab April in Altena

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Geschrieben von Mehring
13. März 2014
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Das Kreisarchiv des Märkischen Kreises in Altena zeigt vom 1. April bis zum 30. Juni 2016 Melchior Grosseks Totentanz zum Ersten Weltkrieg.

Grossek Fliegerjagd „Wie der Priester von der Kanzel durch das Wort, so soll der Künstler von den Wänden durch das Bild dem Volke predigen. Für beide Prediger lautet der Auftrag: lehret alle Völker.“
Dieser Leitgedanke prägte das geistliche und künstlerische Wirken von Melchior Grossek (1889 – 1967) gleichermaßen. Er verstand sich in erster Linie als Priester und Seelsorger. Doch Zeit seines Lebens drückte er sich auch durch die Kunst aus. Das Oberschlesische Landesmuseum zeigte 2010/11 erstmals einen Querschnitt durch das vielseitige künstlerische Werk dieser bemerkenswerten Persönlichkeit. Nachdem die Ausstellung auch in Grosseks Wahlheimat Berlin, im Domschatz- und Diözesanmuseum Eichstätt und dem Bonifatiushaus in Fulda sowie im Bildungszentrum des Bistums München und Freising gezeigt wurde, ist ein Teil der Ausstellung nun auch im Sauerland zu sehen.

Melchior Grossek wurde 1889 in Bralin im ehemaligen Kreis Groß-Wartenberg (heute: Woiwodschaft Großpolen) geboren. Er studierte katholische Theologie in Breslau und begann gleichzeitig eine künstlerische Ausbildung an der dortigen Kunstakademie bei dem bekannten Künstler Heinrich Tüpke. 1913 kam er unmittelbar nach seiner Priesterweihe als Kaplan nach Berlin. Unterbrochen wurde der Aufenthalt in Berlin durch seine weitere künstlerische Ausbildung in München, Aachen und Bonn von 1920 bis 1922. 1924 trat Grossek seine erste Pfarrstelle in Berlin-Friedrichshagen an. Von 1938 bis zu seinem Ruhestand 1964 war er Pfarrer in der Gemeinde Heilige Familie in Berlin-Lichterfelde.

grossek zeppelin1923 erschien Grosseks bedeutendstes und zentrales künstlerisches Werk: „Gestalten des Todes. Ein Totentanz des Weltkriegs“. Er widmete diese aus 15 Blättern bestehende Scherenschnittreihe seinen beiden Brüdern, die im Ersten Weltkrieg gefallen waren. Der Totentanz ist ein im späten Mittelalter sehr populärer Kunsttypus. In seinen Anfängen wurde er wohl in der Folge der im 14. Jahrhundert ganz Europa heimsuchenden Pest geschaffen. Der Betrachter wird an die eigene Sterblichkeit erinnert und ermahnt, seine christlichen Gebote und sozialen Pflichten zur Erlangung des ewigen Lebens zu erfüllen. Der Erste und Zweite Weltkrieg veranlassten im 20. Jahrhundert viele Künstler, Motive aus dem Totentanz wieder aufzunehmen, oder eigene Werke entsprechend zu benennen. In Grosseks Totentanz bestimmt der erfindungsreiche und gierige Knochenmann das Geschehen auf den Kriegsschauplätzen der Welt. In schauriger Eindringlichkeit werden dem Betrachter die Schrecken des Krieges vor Augen geführt. Dieser Zyklus ist Klage und zugleich Protest gegen das Böse, das allgegenwärtig scheint. Vorgesehen war eine Fortsetzung um zwei weitere Mappen zu je 15 Tafeln, die jedoch nie erschienen sind.

Im selben Jahr veröffentlichte Melchior Grossek auch „Das Leben“. Nicht mehr ganz so expressiv, bisweilen idyllisch und detailliert gestaltet sind die 33 Scherenschnitte aus dem Leben Christi. Der Künstler Grossek tritt hier hinter den Priester Grossek zurück. Er vermied es so, dem Thema das Erhabene zu nehmen. Die „Gestalten des Todes“ und „Das Leben“ sind formal und inhaltlich sehr unterschiedlich. Beide Reihen kennzeichnet jedoch ihre ausgesprochene Kreativität und künstlerische Qualität.

Melchior Grosseks Werk wird ergänzt durch zahlreiche Linol- und Holzschnitte, Aquarelle und Skizzen. Darunter befinden sich Vorstudien und Variationen zu seinen beiden Scherenschnittreihen. Christliche Motive bestimmen auch sein druckgraphisches Werk, doch wagte er sich hier wieder an eine intensivere und expressivere Gestaltung heran. Seine Landschaftsaquarelle stammen größtenteils aus seinen späten Lebensjahren und wurden auf Reisen in die Allgäuer Alpen und Südeuropa angefertigt.

Melchior Grossek lässt sich am ehesten dem Berliner Expressionismus zuordnen. Dieser hatte seinen Höhepunkt bereits überschritten, als Grossek künstlerisch tätig wurde. In erster Linie ist sein Werk aber ein Ausdruck eines christlichen Bekenntnisses

Melchior Grossek bis 30. Oktober in Pforzheim

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Geschrieben von Mehring
13. März 2014
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Das Stadtmuseum Pforzheim zeigt vom 17. Juli bis zum 30. Oktober 2016 die OSLM-Ausstellung "Scherenschnitte und Druckgrafik von Melchior Grossek".

Grossek Fliegerjagd „Wie der Priester von der Kanzel durch das Wort, so soll der Künstler von den Wänden durch das Bild dem Volke predigen. Für beide Prediger lautet der Auftrag: lehret alle Völker.“
Dieser Leitgedanke prägte das geistliche und künstlerische Wirken von Melchior Grossek (1889 – 1967) gleichermaßen. Er verstand sich in erster Linie als Priester und Seelsorger. Doch Zeit seines Lebens drückte er sich auch durch die Kunst aus. Das Oberschlesische Landesmuseum zeigte 2010/11 erstmals einen Querschnitt durch das vielseitige künstlerische Werk dieser bemerkenswerten Persönlichkeit. Nachdem die Ausstellung auch in Grosseks Wahlheimat Berlin, im Domschatz- und Diözesanmuseum Eichstätt und dem Bonifatiushaus in Fulda sowie im Bildungszentrum des Bistums München und Freising gezeigt wurde, ist ein Teil der Ausstellung nun auch im Sauerland zu sehen.

Melchior Grossek wurde 1889 in Bralin im ehemaligen Kreis Groß-Wartenberg (heute: Woiwodschaft Großpolen) geboren. Er studierte katholische Theologie in Breslau und begann gleichzeitig eine künstlerische Ausbildung an der dortigen Kunstakademie bei dem bekannten Künstler Heinrich Tüpke. 1913 kam er unmittelbar nach seiner Priesterweihe als Kaplan nach Berlin. Unterbrochen wurde der Aufenthalt in Berlin durch seine weitere künstlerische Ausbildung in München, Aachen und Bonn von 1920 bis 1922. 1924 trat Grossek seine erste Pfarrstelle in Berlin-Friedrichshagen an. Von 1938 bis zu seinem Ruhestand 1964 war er Pfarrer in der Gemeinde Heilige Familie in Berlin-Lichterfelde.

grossek zeppelin1923 erschien Grosseks bedeutendstes und zentrales künstlerisches Werk: „Gestalten des Todes. Ein Totentanz des Weltkriegs“. Er widmete diese aus 15 Blättern bestehende Scherenschnittreihe seinen beiden Brüdern, die im Ersten Weltkrieg gefallen waren. Der Totentanz ist ein im späten Mittelalter sehr populärer Kunsttypus. In seinen Anfängen wurde er wohl in der Folge der im 14. Jahrhundert ganz Europa heimsuchenden Pest geschaffen. Der Betrachter wird an die eigene Sterblichkeit erinnert und ermahnt, seine christlichen Gebote und sozialen Pflichten zur Erlangung des ewigen Lebens zu erfüllen. Der Erste und Zweite Weltkrieg veranlassten im 20. Jahrhundert viele Künstler, Motive aus dem Totentanz wieder aufzunehmen, oder eigene Werke entsprechend zu benennen. In Grosseks Totentanz bestimmt der erfindungsreiche und gierige Knochenmann das Geschehen auf den Kriegsschauplätzen der Welt. In schauriger Eindringlichkeit werden dem Betrachter die Schrecken des Krieges vor Augen geführt. Dieser Zyklus ist Klage und zugleich Protest gegen das Böse, das allgegenwärtig scheint. Vorgesehen war eine Fortsetzung um zwei weitere Mappen zu je 15 Tafeln, die jedoch nie erschienen sind.

Im selben Jahr veröffentlichte Melchior Grossek auch „Das Leben“. Nicht mehr ganz so expressiv, bisweilen idyllisch und detailliert gestaltet sind die 33 Scherenschnitte aus dem Leben Christi. Der Künstler Grossek tritt hier hinter den Priester Grossek zurück. Er vermied es so, dem Thema das Erhabene zu nehmen. Die „Gestalten des Todes“ und „Das Leben“ sind formal und inhaltlich sehr unterschiedlich. Beide Reihen kennzeichnet jedoch ihre ausgesprochene Kreativität und künstlerische Qualität.

Melchior Grosseks Werk wird ergänzt durch zahlreiche Linol- und Holzschnitte, Aquarelle und Skizzen. Darunter befinden sich Vorstudien und Variationen zu seinen beiden Scherenschnittreihen. Christliche Motive bestimmen auch sein druckgraphisches Werk, doch wagte er sich hier wieder an eine intensivere und expressivere Gestaltung heran. Seine Landschaftsaquarelle stammen größtenteils aus seinen späten Lebensjahren und wurden auf Reisen in die Allgäuer Alpen und Südeuropa angefertigt.

Melchior Grossek lässt sich am ehesten dem Berliner Expressionismus zuordnen. Dieser hatte seinen Höhepunkt bereits überschritten, als Grossek künstlerisch tätig wurde. In erster Linie ist sein Werk aber ein Ausdruck eines christlichen Bekenntnisses.

Weitere Informationen zum Ausstellungsort finden Sie auf den Seiten der Stadt Pforzheim.

Melchior Grossek ab Januar 2017 in Karlsruhe

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Geschrieben von Mehring
13. März 2014
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Das Roncalli Forum in Karlsruhe zeigt vom 27. Januar bis zum 3. März 2007 Teile der OSLM-Ausstellung "Scherenschnitte und Druckgrafik von Melchior Grossek".

Grossek Hedwig „Wie der Priester von der Kanzel durch das Wort, so soll der Künstler von den Wänden durch das Bild dem Volke predigen. Für beide Prediger lautet der Auftrag: lehret alle Völker.“
Dieser Leitgedanke prägte das geistliche und künstlerische Wirken von Melchior Grossek (1889 – 1967) gleichermaßen. Er verstand sich in erster Linie als Priester und Seelsorger. Doch Zeit seines Lebens drückte er sich auch durch die Kunst aus. Das Oberschlesische Landesmuseum zeigte 2010/11 erstmals einen Querschnitt durch das vielseitige künstlerische Werk dieser bemerkenswerten Persönlichkeit. Nachdem die Ausstellung auch in Grosseks Wahlheimat Berlin, im Domschatz- und Diözesanmuseum Eichstätt und dem Bonifatiushaus in Fulda sowie im Bildungszentrum des Bistums München und Freising gezeigt wurde, ist ein Teil der Ausstellung nun auch im Sauerland zu sehen.

Melchior Grossek wurde 1889 in Bralin im ehemaligen Kreis Groß-Wartenberg (heute: Woiwodschaft Großpolen) geboren. Er studierte katholische Theologie in Breslau und begann gleichzeitig eine künstlerische Ausbildung an der dortigen Kunstakademie bei dem bekannten Künstler Heinrich Tüpke. 1913 kam er unmittelbar nach seiner Priesterweihe als Kaplan nach Berlin. Unterbrochen wurde der Aufenthalt in Berlin durch seine weitere künstlerische Ausbildung in München, Aachen und Bonn von 1920 bis 1922. 1924 trat Grossek seine erste Pfarrstelle in Berlin-Friedrichshagen an. Von 1938 bis zu seinem Ruhestand 1964 war er Pfarrer in der Gemeinde Heilige Familie in Berlin-Lichterfelde.

grossek zeppelin1923 erschien Grosseks bedeutendstes und zentrales künstlerisches Werk: „Gestalten des Todes. Ein Totentanz des Weltkriegs“. Er widmete diese aus 15 Blättern bestehende Scherenschnittreihe seinen beiden Brüdern, die im Ersten Weltkrieg gefallen waren. Der Totentanz ist ein im späten Mittelalter sehr populärer Kunsttypus. In seinen Anfängen wurde er wohl in der Folge der im 14. Jahrhundert ganz Europa heimsuchenden Pest geschaffen. Der Betrachter wird an die eigene Sterblichkeit erinnert und ermahnt, seine christlichen Gebote und sozialen Pflichten zur Erlangung des ewigen Lebens zu erfüllen. Der Erste und Zweite Weltkrieg veranlassten im 20. Jahrhundert viele Künstler, Motive aus dem Totentanz wieder aufzunehmen, oder eigene Werke entsprechend zu benennen. In Grosseks Totentanz bestimmt der erfindungsreiche und gierige Knochenmann das Geschehen auf den Kriegsschauplätzen der Welt. In schauriger Eindringlichkeit werden dem Betrachter die Schrecken des Krieges vor Augen geführt. Dieser Zyklus ist Klage und zugleich Protest gegen das Böse, das allgegenwärtig scheint. Vorgesehen war eine Fortsetzung um zwei weitere Mappen zu je 15 Tafeln, die jedoch nie erschienen sind.

Im selben Jahr veröffentlichte Melchior Grossek auch „Das Leben“. Nicht mehr ganz so expressiv, bisweilen idyllisch und detailliert gestaltet sind die 33 Scherenschnitte aus dem Leben Christi. Der Künstler Grossek tritt hier hinter den Priester Grossek zurück. Er vermied es so, dem Thema das Erhabene zu nehmen. Die „Gestalten des Todes“ und „Das Leben“ sind formal und inhaltlich sehr unterschiedlich. Beide Reihen kennzeichnet jedoch ihre ausgesprochene Kreativität und künstlerische Qualität.

Melchior Grosseks Werk wird ergänzt durch zahlreiche Linol- und Holzschnitte, Aquarelle und Skizzen. Darunter befinden sich Vorstudien und Variationen zu seinen beiden Scherenschnittreihen. Christliche Motive bestimmen auch sein druckgraphisches Werk, doch wagte er sich hier wieder an eine intensivere und expressivere Gestaltung heran. Seine Landschaftsaquarelle stammen größtenteils aus seinen späten Lebensjahren und wurden auf Reisen in die Allgäuer Alpen und Südeuropa angefertigt.

Melchior Grossek lässt sich am ehesten dem Berliner Expressionismus zuordnen. Dieser hatte seinen Höhepunkt bereits überschritten, als Grossek künstlerisch tätig wurde. In erster Linie ist sein Werk aber ein Ausdruck eines christlichen Bekenntnisses.

Weitere Informationen zum Ausstellungsort finden Sie auf den Seiten des Roncalli-Forums.

Schlossgeschichten in München

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Geschrieben von Mehring
21. Januar 2014
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WappenkartuscheBereits zum 7. mal öffnet die Wanderausstellung "Schlossgeschichten. Adel in Schlesien" ihre Pforten. Ab dem 7. Februar wird die Welt des Adels im Haus des Deutschen Ostens in München vorgestellt.

Zur Eröffnung am 6. Februar um 18 Uhr lädt das Haus des Deutschen Ostens herzlich ein.

Endlich erscheint zu dieser Ausstellungsstation auch ein informativer und reich bebilderter Begleitband, der entweder beim Ausstellungsbesuch erworben werden kann oder auch über das Oberschlesische Landesmuseum zu beziehen ist.


Adel in Schlesien
Glanzvolle Schlösser, fürstliche Tafeln und ausschweifende Feste; illustre Gesellschaften, prächtige Jagden und fantastische Reichtümer; Dienstmädchen und Diener, Skandale und Dekadenz – so stellt man sich die Welt des schlesischen Adels vor. Was stimmt von diesen Vorstellungen? Welche Aufgaben und Funktionen hatte der landständige Adel vor 1945? Was waren seine wirtschaftlichen Grundlagen?

Schlesiens Größe, seine habsburgische und preußische Einbindung sowie die konfessionellen Verhältnisse ließen über die Jahrhunderte eine vielfältige Adelslandschaft entstehen. Gravierende Auswirkungen hatte der Erste Weltkrieg. Die neuen sozialen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Deutschen Reich, in Polen und in der Tschechoslowakei betrafen den Adel existenziell. Die standesgebundenen Privilegien des Adels entfielen. Das eigentliche Ende der schlesischen Adelswelt kam durch den Zweiten Weltkrieg. Die meisten Schlösser und Besitztümer wurden zerstört. Für die Flüchtlinge und Vertriebenen stand unterschiedslos ein Neubeginn im Westen ohne wirtschaftliche Grundlage an. Niemand kann genau sagen, wie viele Schlösser und Herrenhäuser in Schlesien bestanden. Doch unvorstellbar viele, um die Tausend, lassen sich aufzählen. Häufig gründeten sie auf mittelalterlichen Wehranlagen. Der industriebesitzende oberschlesische Adel konnte es sich im 19. Jahrhundert leisten, daraus prächtige residenzähnliche Schlösser zu machen. Sein plötzlicher Reichtum beruhte auf Zink- und Eisenerz sowie insbesondere der Förderung von Steinkohle.

Schloss ErddmannsdorfDie Ausstellung
Die Ausstellung ist in elf informative Kapitel sowie damit korrespondierende Adelsporträts gegliedert. Auf diese Weise werden die Lebensbereiche von der Religion über wirtschaftliche Lebensgrundlagen bis hin zum Sammlungswesen und zur Literatur verdeutlicht.

Vorgestellt werden Persönlichkeiten aus fünf Jahrhunderten durch Stammbäume, Gemälde und Porträts. Dazu gehört u.a. Rudolph Graf Stillfried von Alcántara und Rattonitz (1804 –1882). Er war Experte für genealogisch-dynastische Forschungen und brachte es zum Oberzeremonienmeister am preußischen Hof. Maßgeblich setzte er sich für den Wiederaufbau der schwäbischen Stammburg Hohenzollern ein. Die dortige Kapelle war denn auch Vorbild für seine eigene Grablege in Silbitz / Żelowice. Oder auch Viktor I. Herzog von Ratibor und Fürst von Corvey, der 1818 als Erbprinz zu Hohenlohe-Schillingsfürst auf Schloss Langenburg in Baden-Württemberg zur Welt. Er erbte von seinem kinderlosen Onkel, dem Landgraf Viktor Amadeus von Hessen-Rotenburg die Güter Corvey in Westfalen sowie die Herrschaft Ratibor in Oberschlesien. 1840, nach dem Tod seines Vaters, der bis dahin die Güter verwaltete, ernannte ihn König Friedrich Wilhelm IV. zum ersten Herzog von Ratibor und Fürst von Corvey. Zugunsten seines jüngeren Bruders verzichtete er auf alle Erbansprüche und dynastischen Titel in Schillingsfürst. Er begründete so einen neuen Ast des Geschlechtes.

Dazu beantwortet die Ausstellung grundlegende Fragen: Was zeichnete das Wirken des Adels als Kunstmäzene oder kirchliche Patronatsherren aus? Welche wirtschaftlichen und administrativen Funktionen prägten Ausbildung und Berufstätigkeit? Wie wurden familiäre Ereignisse instrumentalisiert und zelebriert? Warum galt der Jagd besondere Aufmerksamkeit? Und heute? In Videointerviews äußern sich Angehörige des schlesischen Adels zum Leben ihrer Vorfahren und zu ihren heutigen Verbindungen mit der früheren Heimat.

HAUS DES DEUTSCHEN OSTENS
Am Lilienberg 5 - 81669 München
Tel 089 / 44 99 93-0

Ausstellungsdauer: 7. Februar bis 17. April
Öffnungszeiten: Mo – Do 10 – 20 Uhr, Fr und Ferien 10 – 15 Uhr

Kommende Veranstaltungen

Schlesis Ferienbahn - Baue deine eigene Modellbahnwelt
Kinderferienprogramm
am Donnerstag und Freitag, 27. und 28. Juli um 13:30 Uhr
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

Auf den Spuren des "Kartoffelkönigs! - Friedrich II. und seine Geschichte(n)
Kinderferienprogramm
am Donnerstag und Freitag, 10. und 11. August um 13:30 Uhr
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

Öffentliche Führung durch die Sonderausstellung "Schlesische Bahnwelten"
am Sonntag, 27. August um 15 Uhr
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

Kontakt

Anschrift:
Oberschlesisches Landesmuseum
Bahnhofstraße 62
40883 Ratingen (Hösel)

Telefon:
+49(0)2102-9650

Email:
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