Königszelt, Minden und Mosbach zeigen Luftfahrt-Ausstellung des Oberschlesischen Landesmuseums

18. Juli 2013 Zugriffe: 6411 Geschrieben von Kaiser
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königszelt ausstellungEs ist wieder soweit: Die Sonderausstellung zur schlesischen Luftfahrtgeschichte kann im Sommer an neuen Standorten besucht werden.
Seit dem 14. Juli und bis zum 8. September wird die Ausstellung "Adler über Schlesien. Ereignisse und Pioniere der Luftfahrtgeschichte" im Preußen Museum NRW in Minden gezeigt. Zahlreiche Luftfahrtinteressierte kamen schon zur feierlichen Eröffnung. Alle wollten erfahren, welchen Anteil die preußische Provinz Schlesien an der Entwicklung der internationalen Luftfahrt einnahm. Im Raum Minden wird diese Aufmerksamkeit durch das Hubschraubermuseum und die Heeresfliegerschule in Bückeburg verstärkt. Die Ausstellung des Oberschlesischen Landesmuseums informiert umfassend über die Geschichte von Luftfahrt, Luftsport und Luftkrieg von den Anfängen bis heute. An der 5. Station in Minden sind zudem fliegergeschichtliche Bestände ausgestellt. Ein Sammler war so angetan von der Präsentation, dass er gleich nach Hause fuhr, um kurze Zeit später mit einer Fliegerbombe aus seiner Sammlung zurückzukehren, die er dem Museum für die Dauer der Ausstellung zur Verfügung stellt.

Königszelt2Am selben Wochenende eröffnete OSLM-Direktor Dr. Stephan Kaiser im Lokschuppen des großen Eisenbahn- und Technikmuseums im niederschlesischen Königszelt (Muzeum Przemysłu i Kolejnictwa na Śląsku, Jaworzyna śląska) die polnischsprachige Version dieser Luftfahrtausstellung. Museumsdirektor Marek Batycki und der umtriebige Betreiber dieses Museums, Dr. Piotr Gerber, begrüßten die Gäste herzlich. Beide freuten sich sehr über das große Interesse der Besucher an der Ausstellung. Piotr Gerbers Engagement ist vielfältig und hochlöblich. Als Architekt baut er Krankenhäuser, als deren Betreiber ist er beruflich erfolgreich. Seine Passion sind die Denkmäler, sei es als Lehrbeauftragter für Technikgeschichte an der Technischen Universität Breslau, wie auch als Sammler technischer Denkmäler. In dieser Kombination hat er vor 10 Jahren das Eisenbahnmuseum am Eisenbahnkontenpunkt bei Schweidnitz gerettet. Für OSLM-Direktor Kaiser ist darum dieser Ausstellungsstandort ein wichtiger Ausgangspunkt für weitere Aktivitäten. "Für die Luftfahrtausstellung hätte es kaum einen passenderen Standort in Niederschlesien geben können, als dieses Museum. Ab November 2013 widmen wir unsere nächste große Sonderschau Themen der Mobilität. Hier finde ich viele Inspirationen und Anregungen. Doch auch wir können hier mit der informativen Schau ein breites Publikum erreichen und neue Blicke auf die Geschichte bieten. Das ist eine ausgewogene Partnerschaft, die wir gerne fortsetzen“, so Kaiser.

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Die von der Polnischen Staatsbahn übernommene Sammlung in Königszelt besteht aus 50 Lokomotiven (polnische, deutsche, österreichische, englische und amerikanische Baureihen) sowie 50 Waggons. Darüber hinaus hat das Museum in seinem Bestand auch andere technische Denkmäler: eine Dampfmaschine, einen Schienendrehkran, eine Harley-Davidson-Kollektion, die Ausrüstung einer alten Druckerei, den alten Computer „Odra” und eine ikonographische Sammlung. Die Besucher können ihre Muskelkraft beim Draisinefahren verbessern und eine Modelleisenbahn besichtigen. In einigen Waggons wird auf die Umsiedlungen nach dem Zweiten Weltkrieg eingegangen, als die Deutschen vertrieben wurden und Ostpolen nachzogen.

Königszelt4Die Entwicklung von Königszelt ist engstens mit der Geschichte der Eisenbahn in Schlesien verbunden. Zum Anschluss der Städte Striegau und Schweidnitz an die Eisenbahnstrecke Breslau – Freiburg (Schl.) wurde nach 1843 eine Querverbindung gebaut, die sich auf den Feldern des Dorfes Bunzelwitz mit der Hauptstrecke kreuzte. Es entstand somit vor nunmehr 170 Jahren eine Bahnhofssiedlung, die dem Namen nach an das Feldlager von 1761 im Siebenjährigen Krieg erinnert. Der Preußenkönig Friedrich II. hatte damals dort sein Zelt errichtet. Rasch entwickelte sich Königszelt zu einem Eisenbahnknotenpunkt. 1853 wurde die Strecke von Freiburg bis Waldenburg weitergeführt, 1855 erfolgte die Verlängerung der Schweidnitzer Strecke bis Reichenbach am Eulengebirge und 1863 bis Neisse. Die Striegauer Strecke wurde 1856 über Jauer nach Liegnitz erweitert. Wegen der günstigen Eisenbahnverbindungen erfolgte 1863 der Bau der Porzellanfabrik Königszelt. Diese wurde 1929 in die Hutschenreuther AG im oberfränkischen Selb eingegliedert. Während das Königszelter Porzellan heute ein begehrtes Sammlergut ist, fertigt der Hersteller Karolina unter eigener Marke für einen breiten internationalen Markt weiter hervorragendes Gebrauchsporzellan.

Königszelt5Bis zum 22. September zeigt als Kooperationspartner des OSLM das Museum in Königszelt die Luftfahrtschau. Sie endet mit dem großen internationalen Dampfloktreffen am 21. September in Königszelt. Da lohnen sich ein Besuch und die Anreise besonders. Das ist auch ganz einfach mit einem Dampfsonderzug möglich, der an diesem Samstag frühmorgens ab Löbau in der Oberlausitz startet und abends dorthin zurückkehrt. Interessierte können sich per E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! informieren.



Königszelt6„Adler über Schlesien“ ist vom 23. September bis 11. Oktober 2013 in der Sparkasse Mosbach in Baden zu sehen. Dafür hat die Ortsgruppe der Landsmannschaft Schlesien die Initiative übernommen.

Schließlich sei der Hinweis wiederholt, dass viele Ausstellungstexte auch im Katalog zu finden sind, der für 20 € inklusive Versandkosten beim Oberschlesischen Landesmuseum (40883 Ratingen) bestellt werden kann. 



Kommende Veranstaltungen

Samstags im Museum "Mit dem Dampfross unterwegs"
Museumspädagogisches Programm für Kinder
am Samstag, 27. Mai um 14:30 Uhr
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

Öffentliche Führung durch die Sonderausstellung "Schlesische Bahnwelten"
am Sonntag, 18. Juni um 15 Uhr
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

Samstags im Museum "Lokführer, Schaffner, Gleisbauer - Wer arbeitet bei der Bahn? "
Museumspädagogisches Programm für Kinder
am Samstag, 24. Juni um 14:30 Uhr
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum


Kontakt

Anschrift:
Oberschlesisches Landesmuseum
Bahnhofstraße 62
40883 Ratingen (Hösel)

Telefon:
+49(0)2102-9650

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