Grossek-Ausstellung jetzt auch in Fulda

12. September 2013 Zugriffe: 5865 Geschrieben von Peters-Schildgen
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Grossek Fliegerjagd12. September 2013 bis 31. Januar 2014
„Scherenschnitte und Druckgraphik von Melchior Grossek“

Bonifatius-Haus in Fulda

Nachdem die Wanderausstellung auch in Grosseks Wahlheimat Berlin sowie im Domschatz- und Diözesanmuseum Eichstätt zu sehen war, präsentiert nun das Bonifatius-Haus in Fulda die Sonderschau mit beeindruckenden Arbeiten in unterschiedlichen graphischen Techniken.

Grossek wurde 1889 in Bralin im ehemaligen Kreis Groß-Wartenberg (heute: Woiwodschaft Großpolen) geboren. In Breslau studierte er katholische Theologie und ließ sich zur gleichen Zeit an der dortigen Kunstakademie ausbilden. 1913 kam er unmittelbar nach seiner Priesterweihe als Kaplan nach Berlin. Dort war er mit einigen Unterbrechungen durch Aufenthalte in München, Aachen und Bonn zwecks künstlerischer Weiterbildung bis zu seinem Ruhestand als Pfarrer tätig. 

1923 erschien Grosseks bedeutendstes und zentrales künstlerisches Werk: „Gestalten des Todes. Ein Totentanz des Weltkriegs“. Das Werk führt dem Betrachter in schauriger Eindringlichkeit die Schrecken des Krieges vor Augen. Dieser Zyklus ist Klage und zugleich Protest gegen das Böse, das allgegenwärtig scheint.

Im selben Jahr veröffentlichte Melchior Grossek auch „Das Leben“. Nicht mehr ganz so expressiv, bisweilen idyllisch und detailliert gestaltet sind die 33 Scherenschnitte aus dem Leben Christi. 

Grosseks Werk wird ergänzt durch zahlreiche Linol- und Holzschnitte, Aquarelle und Skizzen. Darunter befinden sich Vorstudien und Variationen zu seinen beiden Scherenschnittreihen. Christliche Motive und eine intensive, expressive Gestaltung bestimmen auch sein druckgraphisches Werk. Darüber hinaus schuf Grossek in späteren Jahren auf Reisen in die Allgäuer Alpen und Südeuropa Landschaftsaquarelle.

Melchior Grossek lässt sich am ehesten dem Berliner Expressionismus zuordnen, obwohl dieser seinen Höhepunkt bereits überschritten hatte, als Grossek künstlerisch tätig wurde. In erster Linie ist sein Werk aber ein Ausdruck eines christlichen Bekenntnisses. Der größte Teil des bekannten künstlerischen Nachlasses Grosseks befindet sich im Besitz eines Sammlers in München und wird im Rahmen der Wanderausstellung zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert.

Begleitend zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen.

Weitere Stationen 2014

  • 11.3. bis 11.7.2014 in Freising, Kardinal-Döpfner-Haus
  • Herbst 2014 in Wiesbaden, Haus der Heimat

Kommende Veranstaltungen

Sonntagskonzert: Faust-Trio
Eine Veranstaltung des Kulturkreis Hösel
am Sonntag, 25. Juni um 17 Uhr
Ort: Haus Oberschlesien

Lesung "Oberschlesien prosaisch"
Eine Veranstaltung des Kulturreferenten für Oberschlesien und dem Deutschen Kulturforum östliches Europa
am Mittwoch, 28. Juni um 19 Uhr
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

OSLM Sommerfest
am Mittwoch, 9. Juli von 11 bis 18 Uhr
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

Öffentliche Führung durch die Sonderausstellung "Schlesische Bahnwelten"
am Sonntag, 27. August um 15 Uhr
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

Kontakt

Anschrift:
Oberschlesisches Landesmuseum
Bahnhofstraße 62
40883 Ratingen (Hösel)

Telefon:
+49(0)2102-9650

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