Rassel

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Geschrieben von Wahlsdorf
04. Juni 2018
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rassel klRasseln sind selbstklingende Musikinstrumente, die schon seit der späten Bronzezeit existieren. Kleine Rasselkörper erzeugen in einem Gefäß Töne, wenn man das Gefäß bzw. das Instrument schüttelt. Für Kinder werden bis heute Rasseln genutzt, um sie durch die Geräusche zu beruhigen und ihr Rhythmusgefühl zu verbessern.
Die hier gezeigte Rassel stammt aus der Sammlung des Historischen Museum in Kattowitz. Der obere Teil der Rassel besteht aus einem Ring aus Elfenbein, der vermutlich auch als Beißring von den Kindern genutzt wurde. An diesem Ring hängt eine Kinderfigur aus Sterlingsilber - die Legierung mit dem höchsten Silbergehalt (925). Auf der Rückseite der Figur lassen sich vier Punzen erkennen, die auf die Firma, den Ort, das Material und das Jahr schließen lassen. Auch wenn diese schon recht abgenutzt ist, so verraten sie, dass die Rassel in der englischen Stadt Chester von der Firma W. H. Collins & Co. produziert wurde, vermutlich 1894. Diese Rassel wurde von einer wohlhabenden oberschlesischen Familie gekauft. Eine Arbeiterfamilie hätte sich eine solche Rassel nicht leisten können.

Diaprojektor

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Geschrieben von Wahlsdorf
28. Mai 2018
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diaprojektor kl

Für viele Menschen sind die Diaprojektoren schon zum Kultobjekt der kommunistischen Zeit in Polen geworden. Kinder konnten mithilfe des Projektors phantasievolle Geschichten erleben. Gerade in einer Zeit, wo die Auswahl an Filmen oder auch an Fernsehprogrammen eher beschränkt war, war so ein „erzählender“ Projektor ein beliebter Zeitvertreib.

Der hier gezeigte Diaprojektor wurde von der Firma Prexer unter den Namen Jota Slide in den 70er Jahren produziert. Die Firma war die einzige in der Volksrepublik Polen, die Filmprojektoren hergestellt hat und war Teil des Konzerns Predom, der Haushaltsgerät herstellte. Der Diaprojektor gehört der Familie unseres wissenschaftlichen Mitarbeiters Leonhard Wons. Als Geschenk zur Erstkommunion bekamen seine Brüder den Diaprojektor von ihrem Patenonkel geschenkt. filmdosen kl

 Zu Beginn gehörten zwei Filme zu dem Projektor, wobei sich die Filmsammlung schnell vergrößerte, da jedes Kind der Familie gerne damit spielte. Zu der Sammlung gehörten verschiedene Geschichten wie der gestiefelte Kater, Bambi von Walt Disney, Flip i Flap (Dick und Doof) oder auch Robin Hood. Eine Filmrolle hatte zwischen 12 und 48 Dias. Auf den Dias war nicht nur das Bild zu sehen, sondern auch ein Text - so war eine lange Unterhaltung garantiert.bambi kl

Matrosenanzug

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Geschrieben von Wahlsdorf
14. Mai 2018
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matrosenanzug klDie Uniform von Matrosen besteht aus drei Teilen: einer Hose, einem Hemd und einer Mütze. Ab etwa 1830 kam ein eckiger Rückenkragen hinzu, der sich aus den preußischen Matrosentüchern entwickelte, die vor Schmutz schützen sollten. Die drei Streifen am Kragen gehen auf die siegreichen Seeschlachten der Royal Navy gegen Napoleon zurück. Am britischen Königshof trug der spätere König Eduard/Edward VII als Kind einen Matrosenanzug. Der spätere Kaiser Wilhelm II bekam ebenfalls einen solchen Anzug von seiner Großmutter Königin Victoria. Er machte die Kaiserliche Marine zu einer der größten Kriegsflotten der Welt. Dieser Erfolg entfachte eine große Begeisterung beim Volk. Die Begeisterung spiegelte sich dann im Matrosenanzug wieder, der im ganzen Land zur Mode wurde. Ende des 19. Jahrhunderts trugen auch Mädchen einen Matrosenanzug, wobei die Hose durch einen Faltenrock ersetzt wurde. Bis in die 30er Jahre war der Matrosenanzug ein beliebtes Kleidungsstück sowohl in Deutschland als auch in Großbritannien und Frankreich. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde er als Symbol des Bürgertums abgelehnt, in den 50er Jahren war er dann endgültig aus der Mode gekommen.bleyle schild kl


Der hier gezeigte Matrosenanzug aus den 1920er Jahren stammt aus der Sammlung des Ruhr Museums in Essen. Er wurde vermutlich von einem kleinen Jungen aus Preußen getragen. Die Stuttgarter Firma Bleyle war einer der bekanntesten Hersteller von Matrosenanzügen im 19. Jahrhundert. Ihre Werbung war in der Zwischenkriegszeit im Breslauer Hauptbahnhof im großen Format zu sehen. Ein Emailleschild dieser Firma, das ebenfalls aus der Sammlung des Ruhr Museums stammt, wird auch in unserer nächsten Ausstellung zu sehen sein. 

Reifentreiben

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Geschrieben von Chromik
27. April 2018
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Reifen 1 webWenn man sich Fotografien aus dem 19. Jahrhundert oder der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert anschaut, sieht man häufig Porträts von Jungen, die einen Metallreifen mit einem Stock halten. Dabei handelt es sich jedoch keineswegs um eine reine Requisite für das Foto, sondern ein populäres Spielzeug und Symbol der Kindheit dieser Zeit. Dieses Spiel für Kinder- und Jugendliche nennt man Reifentreiben.

Das Reifenspiel war schon in der Antike bekannt. Es war eine Art körperliche Übung zur Verbesserung der Konstitution.

Das Spiel mit dem Reifen war im 19 Jahrhundert besonders bekannt und populär, sogar unter adeligen Kindern. In den 1950er und 60er Jahren erlangte das Spiel erneut Popularität. Für die Kinder die in Schlesien aufgewachsen sind, gehörte es zum Alltag. Auf Oberschlesisch nennt man diesen Spaß: kulanie felgi oder kulanie rajfy.

Wie funktioniert das Spiel?

Auf den ersten Blick ganz einfach: Man braucht einen Metallreifen und einen Stock oder eine Stange (im Prinzip funktioniert es auch nur mit Handfläche). Damit soll der Reifen aufrecht gehalten und vorwärts bewegt werden. Das aber erfordert viel Flinkheit und Geschicklichkeit!

Wojciech Mszyca, ein sympathischer Sammler alter Fahrräder und Nivea-Verpackungen kennt das Reifentreiben aus der eigenen Kindheit sehr gut. Eben von ihm ist dieser Reifen auf dem Foto, der über 1000 km ins OSLM „gerollt“ ist!

Wettbewerbe zum Reifentreiben werden nicht nur in Schlesien organisiert. Wie viel Spaß und Lachen es auslöst, davon wird man sich selbst überzeugen können: beim OSLM-Familienfest in diesen Sommer.

Minerva-Puppe

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Geschrieben von Wahlsdorf
16. April 2018
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minervapuppe webPuppen gehören zu den beliebtesten und auch ältesten Spielzeugen. Ob kleine Säuglings- oder „Barbiepuppen“, ob gekauft oder selbstgemacht oder ob aus Porzellan oder Zelluloid, fast jedes Mädchen spielte bzw. spielt gerne mit Puppen. Sie hegen und pflegen ihr „Baby“, ziehen der Puppe Kleidung an und dekorieren ihr Zuhause.

Seit dem 19. Jh. werden Puppen von verschiedenen Firmen produziert, so auch in Schlesien. In Reichenbach wurde zunächst unter dem Firmennamen „Max Dittrich & Schön“ Puppenköpfe aus Metall produziert. Diese Firma wurde 1890 übernommen und hieß von da an Buschow & Beck. Von dieser Firma wurden unter der Schutzmarke „Minerva“ Puppenköpfe aus Blech hergestellt, die zusätzlich mit einer Celluloidschicht überzogen war. 1896 verlegte die Firma ihren Sitz nach Nossen (in Sachsen).

Die hier abgebildete „Minerva“-Puppe, die noch die Originalkleidung trägt, wurde von Hildegard Markmann in den 80er Jahren für ihre Sammlung erworben. Frau Markmann musste als kleines Mädchen mit ihrer Familie aus Schlesien flüchten. Dabei ist ihre Puppe, ihr einziges Spielzeug, zerbrochen. Später begann sie dann Puppen und andere Spielzeuge zu sammeln. Ihre Sammlung hat sich über die Jahre durch Mithilfe von Freunden und Familie immer weiter vergrößert, sodass sie Kinderspielzeuge aus über zwei Jahrhunderten in der „Spielzeugstube“ in Eschede in der Lüneburger Heide präsentieren kann.

Kommende Veranstaltungen

Per App durchs Museum
Workshop für Jugendliche im Rahmen des Kulturrucksack NRW
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum
am Mittwoch, dem 17. und Donnerstag, dem 18. Oktober

Samstags im Museum
Am Anfang war der Stein
am Samstag, 27. Oktober, von 14:30 bis 16:30 Uhr
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

Herbstmarkt mit Ausstellungseröffnung "Pfefferkuchen"
und festlicher Stunde zum 20-jährigen Bestehen
des OSLM-Neubaus
am Sonntag, 28. Oktober, von 11:00 bis 18 Uhr
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

Nathan (to go)
Veranstaltung des Kulturkreis Hösel
am Montag, 29. und Dienstag, 30. Oktober,  um 19 Uhr
Ort: Haus Oberschlesien

Öffentliche Sonntagsführung
durch die Sonderausstellung "Schaukelpferd und Zinnsoldaten"
am Sonntag, 18. November, um 15 Uhr
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

Schlesische Kindheiten in Literatur und Wirklichkeit
Bilder-Vortrag von Dr. habil. Jürgen Nelles (Universität Bonn)
Dazu Sonderführungen, Kaffee und Kuchen
Ein Angebot des Kulturreferenten für Oberschlesien in Zusammenarbeit mit dem OSLM
am Sonntag, 25. November, 11:00 bis 18:00 Uhr
Ort: Haus Oberschlesien

Kontakt

Anschrift:
Oberschlesisches Landesmuseum
Bahnhofstraße 62
40883 Ratingen (Hösel)

Telefon:
+49(0)2102-9650

Email:
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