"Jungvolk auf Fahrt"

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Geschrieben von Wahlsdorf
21. Juni 2018
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aral-2055webUm die Begeisterung von Kindern für Vaterland und Militär zu entfachen, gab es zahlreiche Propagandaprodukte, die mit Beginn des Ersten Weltkriegs eine besonders hohe Verbreitung fanden. Vom Matrosenanzug, der den hohen Stellenwert der Marine in der Kaiserzeit zeigt, über Kinderliteratur, die Kriegsereignisse durch eine verniedlichende Darstellung verharmlosen, bis hin zu Kriegsspielzeugen. Kriegsspielzeuge gab es in alle Variationen – das Spektrum reicht von kleinen Uniformen, Degen und Kinderhelmen bis hin zu Spielzeugen wie Panzer, Kriegsschiffe oder Zinnsoldaten. Solche Spielzeuge konnten sich nur Kinder aus wohlhabenden Familien leisten. Kinder aus ärmeren Familien griffen auf selbst gebasteltes Kriegsspielzeug wie Helme aus Papier oder Gewehre aus Holz zurück.


Auch im Nationalsozialismus wurde auf die vaterlandstreue Prägung der Kinder besonderen Wert gelegt. Schon die Kleinsten sollten durch Kriegsspielzeuge und Kinderliteratur auf den Krieg vorbereitet werden. Ältere Kinder wurden in Kinder- und Jugendorganisationen beeinflusst. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden diese Kriegsspielzeuge weggeworfen oder in Kartons verbannt. Spielzeuge von britischen oder amerikanischen Truppen im Westen oder patriotisches Spielzeug aus der Sowjetunion für den Osten waren gemäß der politischen Situation jetzt in Mode. dsc 0023bweb

Das hier gezeigte Strategiespiel „Jungvolk auf Fahrt“ von der Firma Hausser gehört der Stiftung des Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und stammt aus der Zeit des Nationalsozialismus (1935-1945). Der Titel des Spiels „Jungvolk“ bezeichnet die 10 bis 14 Jahre alten Kinder der Hitlerjugend. Die Schachtel sowie der Spielplan zeigen einen Jungen bei verschiedenen Aktivitäten. Das Spiel ist beendet, wenn einer der sechs Parteien das Ziel durch Würfeln erreicht hat.

Zinnsoldaten: Ruhr Museum
"Jungvolk auf Fahrt": Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

Puppenhaus

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Geschrieben von Wahlsdorf
13. Juni 2018
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puppenhaus webEines der Highlights unserer kommenden Ausstellung „Schaukelpferd und Zinnsoldaten. Kindheit und Jugend in Schlesien“ ist sicherlich das große Puppenhaus aus Königshütte. Puppenhäuser oder auch Puppenstuben, wie sie früher genannt wurden, sind Miniaturdarstellungen von Häusern.
Schon in der Antike gab es verkleinerte Darstellungen von Häusern, die entweder aus Ton, Bronze, Zinn oder Silber hergestellt wurden und verstorbenen Kindern mit ins Grab gegeben wurden. Das älteste Puppenhaus, so wie wir uns heute auch ein Puppenhaus vorstellen, stammt aus dem Jahr 1558. Der Herzog von Bayern Albrecht V. schenkte seiner Tochter ein Puppenhaus. Dieses Puppenhaus war allerdings nicht zum Spielen gedacht, sondern war ein Kunstwerk. Das Puppenhaus als Spielzeug wurde zwischen dem 18. und der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Europa immer beliebter. Dabei war das Puppenhaus nicht nur ein Spielzeug, sondern verfolgte auch pädagogische Ziele. In den gut ausgestatteten Puppenküchen, Wohnzimmern oder auch Kinderzimmern sollen die kleinen Puppenmütter mit ihrer zukünftigen Rolle als Hausfrau und Mutter vertraut gemacht werden.
Auch wenn schon einige Handwerker im 19. Jahrhundert u. a. in Deutschland, England oder Frankreich solche Puppenhäuser herstellten, so waren sie nur für die wenigsten Kinder bzw. Familien erschwinglich. Für ein Puppenhaus war die Zusammenarbeit von verschiedenen Handwerkern notwendig und dementsprechend war das Puppenhaus auch teuer. Tischler fertigten die kleinen Möbel an, Schneiderinnen die Kleider, Gefäße aus Zinn wurden von Glockengießern hergestellt, Tassen sowie Schalen aus Ton von Töpfern und das Porzellanservice wurde in Porzellanfabriken gefertigt. Weniger reiche Familie konnten sich ein Puppenhaus nur leisten, wenn ein Elternteil handwerklich talentiert war und sie die Zeit hatten in mühsamer Arbeit ein Puppenhaus zusammenzustellen. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts fing die Massenproduktion von Puppenmöbeln und –häusern an, sodass Kinder und Familien aus unterschiedlichen, gesellschaftlichen Schichten sich solche Spielzeuge leisten konnten.
Das hier gezeigte Puppenhaus entstand Anfang des 20. Jahrhunderts und wurde uns von dem Schlesischen Museum Kattowitz zur Verfügung gestellt. Es gehörte einer evangelischen Familie in Königshütte. Das Besondere an dem Puppenhaus aus Holz ist, dass sich eine Seite öffnen lässt, sodass zwei Zimmer zum Vorschein kommen.

Foto: Schlesisches Museum Kattowitz

https://muzeumslaskie.pl/pl/work/zabawka-domek-dla-lalek-mske3389/

Rassel

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Geschrieben von Wahlsdorf
04. Juni 2018
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rassel klRasseln sind selbstklingende Musikinstrumente, die schon seit der späten Bronzezeit existieren. Kleine Rasselkörper erzeugen in einem Gefäß Töne, wenn man das Gefäß bzw. das Instrument schüttelt. Für Kinder werden bis heute Rasseln genutzt, um sie durch die Geräusche zu beruhigen und ihr Rhythmusgefühl zu verbessern.
Die hier gezeigte Rassel stammt aus der Sammlung des Historischen Museum in Kattowitz. Der obere Teil der Rassel besteht aus einem Ring aus Elfenbein, der vermutlich auch als Beißring von den Kindern genutzt wurde. An diesem Ring hängt eine Kinderfigur aus Sterlingsilber - die Legierung mit dem höchsten Silbergehalt (925). Auf der Rückseite der Figur lassen sich vier Punzen erkennen, die auf die Firma, den Ort, das Material und das Jahr schließen lassen. Auch wenn diese schon recht abgenutzt ist, so verraten sie, dass die Rassel in der englischen Stadt Chester von der Firma W. H. Collins & Co. produziert wurde, vermutlich 1894. Diese Rassel wurde von einer wohlhabenden oberschlesischen Familie gekauft. Eine Arbeiterfamilie hätte sich eine solche Rassel nicht leisten können.

Diaprojektor

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Geschrieben von Wahlsdorf
28. Mai 2018
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diaprojektor kl

Für viele Menschen sind die Diaprojektoren schon zum Kultobjekt der kommunistischen Zeit in Polen geworden. Kinder konnten mithilfe des Projektors phantasievolle Geschichten erleben. Gerade in einer Zeit, wo die Auswahl an Filmen oder auch an Fernsehprogrammen eher beschränkt war, war so ein „erzählender“ Projektor ein beliebter Zeitvertreib.

Der hier gezeigte Diaprojektor wurde von der Firma Prexer unter den Namen Jota Slide in den 70er Jahren produziert. Die Firma war die einzige in der Volksrepublik Polen, die Filmprojektoren hergestellt hat und war Teil des Konzerns Predom, der Haushaltsgerät herstellte. Der Diaprojektor gehört der Familie unseres wissenschaftlichen Mitarbeiters Leonhard Wons. Als Geschenk zur Erstkommunion bekamen seine Brüder den Diaprojektor von ihrem Patenonkel geschenkt. filmdosen kl

 Zu Beginn gehörten zwei Filme zu dem Projektor, wobei sich die Filmsammlung schnell vergrößerte, da jedes Kind der Familie gerne damit spielte. Zu der Sammlung gehörten verschiedene Geschichten wie der gestiefelte Kater, Bambi von Walt Disney, Flip i Flap (Dick und Doof) oder auch Robin Hood. Eine Filmrolle hatte zwischen 12 und 48 Dias. Auf den Dias war nicht nur das Bild zu sehen, sondern auch ein Text - so war eine lange Unterhaltung garantiert.bambi kl

Matrosenanzug

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Geschrieben von Wahlsdorf
14. Mai 2018
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matrosenanzug klDie Uniform von Matrosen besteht aus drei Teilen: einer Hose, einem Hemd und einer Mütze. Ab etwa 1830 kam ein eckiger Rückenkragen hinzu, der sich aus den preußischen Matrosentüchern entwickelte, die vor Schmutz schützen sollten. Die drei Streifen am Kragen gehen auf die siegreichen Seeschlachten der Royal Navy gegen Napoleon zurück. Am britischen Königshof trug der spätere König Eduard/Edward VII als Kind einen Matrosenanzug. Der spätere Kaiser Wilhelm II bekam ebenfalls einen solchen Anzug von seiner Großmutter Königin Victoria. Er machte die Kaiserliche Marine zu einer der größten Kriegsflotten der Welt. Dieser Erfolg entfachte eine große Begeisterung beim Volk. Die Begeisterung spiegelte sich dann im Matrosenanzug wieder, der im ganzen Land zur Mode wurde. Ende des 19. Jahrhunderts trugen auch Mädchen einen Matrosenanzug, wobei die Hose durch einen Faltenrock ersetzt wurde. Bis in die 30er Jahre war der Matrosenanzug ein beliebtes Kleidungsstück sowohl in Deutschland als auch in Großbritannien und Frankreich. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde er als Symbol des Bürgertums abgelehnt, in den 50er Jahren war er dann endgültig aus der Mode gekommen.bleyle schild kl


Der hier gezeigte Matrosenanzug aus den 1920er Jahren stammt aus der Sammlung des Ruhr Museums in Essen. Er wurde vermutlich von einem kleinen Jungen aus Preußen getragen. Die Stuttgarter Firma Bleyle war einer der bekanntesten Hersteller von Matrosenanzügen im 19. Jahrhundert. Ihre Werbung war in der Zwischenkriegszeit im Breslauer Hauptbahnhof im großen Format zu sehen. Ein Emailleschild dieser Firma, das ebenfalls aus der Sammlung des Ruhr Museums stammt, wird auch in unserer nächsten Ausstellung zu sehen sein. 

Weitere Beiträge...

  1. Reifentreiben

Kommende Veranstaltungen

am Sonntag, dem 9. Dezember 2018, 11:00 Uhr
Ort: Stiftung Haus Oberschlesien

Samstags im Museum
"Kling Glöckchen kling" - Weihnachtsbasteln
am Samstag, dem 22. Dezember 2018, 14:30 - 16:30 Uhr
Ort Oberschlesisches Landesmuseum

Kontakt

Anschrift:
Oberschlesisches Landesmuseum
Bahnhofstraße 62
40883 Ratingen (Hösel)

Telefon:
+49(0)2102-9650

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