Peitsche

28. August 2018 Zugriffe: 1855 Geschrieben von Wahlsdorf
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peitsche kl"Immer schön Bitte und Danke sagen". Mütter, Väter, Großväter oder Großmütter sagen diesen Satz häufig zu ihren Kindern. Sie legen Wert auf die richtige Körperhaltung oder die Bereitschaft, Menschen zu helfen. Es wird versucht ihnen Werte zu vermitteln und sie auf das Erwachsenenleben vorzubereiten.

Seit dem 19. Jahrhundert wurden Kinder immer mehr als eigenständige Persönlichkeiten wahrgenommen und dementsprechend mehr Wert auf die Erziehung gelegt. Allerdings waren die Rollen früher strenger aufgeteilt. Meistens waren die Mutter, die große Schwester oder die Großmutter für die Erziehung der Kinder zuständig. Der Vater hingegen war für den Unterhalt der Familie verantwortlich und hatte am Ende des Tages das letzte Wort. Auf der anderen Seite halfen die Töchter der Mutter beim Kochen, Putzen und eben bei der Erziehung der Geschwister. Die Söhne halfen häufig schon früh dem Vater, wurden bei der Feldarbeit eingesetzt oder mussten sogar zum Lebensunterhalt der Familie beitragen, indem sie bspw. in Bergwerken arbeiteten.
Gehorchte das Kind und half im Haushalt mit, so wurde es gelobt und vielleicht sogar mit einem Groschen belohnt, der besonders gerne für Süßigkeiten ausgegeben wurde. Hat sich das Kind aber falsch benommen, so wurde es bestraft oder sogar körperlich gezüchtigt. Dies beschränkte sich nicht nur auf das häusliche Umfeld. Auch in der Schule wurden die Kinder bei Fehlverhalten z.B. mit einem Rohrstock, geschlagen.

Solche Peitschen, wie hier abgebildet, wurden häufig genutzt, um Kinder zu schlagen. Die Peitsche besteht aus einem Holzstiel und mehreren Riemen, die möglicherweise aus Restlederabfällen hergestellt wurden. Sie sollte Zucht und Ordnung symbolisieren und wurde immer dann eingesetzt, wenn sich das Kind falsch verhielt oder den Eltern nicht gehorchte. Oft hing sie in der Küche und diente bereits als Warnung. Mit der Peitsche wurde meistens auf das Gesäß des Kindes geschlagen. Die körperliche Züchtigung der Kinder hinterließ nicht nur körperliche Verletzungen. Auch heute leiden noch einige Erwachsene unter dieser schmerzhaften Vergangenheit. Heutzutage würde etwa in Polen oder Deutschland so ein Verhalten der Eltern strafrechtliche Folgen haben, da es verboten ist, Gewalt auf das eigene Kind auszuüben.

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