ab 20.11.2016: Oppelner Gesichter. Leute von heute in Trachten von gestern

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Geschrieben von Peters-Schildgen
15. September 2016
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Trachten webOppelner Gesichter: Leute von heute
in Trachten von gestern

Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Museum des Oppelner Dorfes / Muzeum Wsi Opolskiej

Oberschlesisches Landesmuseum

20. November 2016  – 19. Februar 2017

Das Vergangene in der Gegenwart sichtbar machen - so kann in aller Kürze das Ziel dieser ungewöhnlichen Ausstellung beschrieben werden. Trachten waren früher ein fester Bestandteil regionaler Volkskulturen. Heute sind sie aus dem Alltag nahezu völlig verschwunden. Zuweilen begegnet man ihnen bei Festtagen und auf Volksfesten. Sogar beim Discounter findet man Trachtenmode im saisonalen Angebot.

Die Volkstrachten im engen und weiten Umfeld Oppelns haben eine lange Tradition. Im Zuge der rasanten Industrialisierung Oberschlesiens kam das Tragen von Männertrachten um 1900 außer Mode. Als ländliches Identifizierungsmerkmal für das jeweilige Heimatdorf verlor die Tracht für die Industriearbeiter in den Städten allmählich an Bedeutung. Städtische Kleidung wurde stattdessen bevorzugt. Ähnlich verlief der Prozess mit zeitlicher Verschiebung für die Frauentracht. Durch Flucht und Vertreibung einerseits sowie durch die Zuwanderung von Ostpolen andererseits wurden in allen ländlichen Gebieten Oberschlesiens seit den 1960er Jahren kaum noch Frauentrachten getragen. Die Emanziapation und Berufstätigkeit der Frauen förderten die Abwendung von der Tracht.

Das Museum des Oppelner Dorfes (MWO) befasst sich intensiv mit der regionalen Volkskultur. Die Trachtensammlung umfasst über 800 Exponate. Das Konzept der aktuellen Ausstellung zu regionalen Fest- und Alltagstrachten aus der Zeit von 1900 bis 1945 ist modern, lebendig und unkonventionell. Die Idee des Museums war, die Öffentlichkeit einzubeziehen, um die regionale Bevölkerung für dieses historische Thema zu begeistern, regionales Kulturerbe zu vermitteln und kulturelle Bildung zu fördern: Menschen im heutigen Oppelner Schlesien aus den Bereichen der Kultur, Wissenschaft und Kunst, aber auch Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus der Region, wurden eingeladen, sich in historischen Trachten aus der Sammlung des MWO fotografieren zu lassen. Das Ergebnis sind farbenfrohe Großfotos, auf denen Leute von heute in Trachten von gestern posieren. Als Vorbilder dienten historische Schwarzweißaufnahmen aus der fotografischen Sammlung des Museums, die vergrößert und somit gleichgroß den aktuellen Bildern gegenübergestellt werden. Eine Besonderheit sind die auch im oberschlesischen Dialekt verfassten Bildbeschreibungen.

Die Ausstellung wurde 2015 mit Unterstützung des Ministeriums für Kultur und nationales Erbe sowie des Marschallamts der Woiwodschaft Oppeln realisiert. Ein Katalog mit zusammenfassendem Text in polnischer, deutscher und englischer Sprache ergänzte das Projekt. Die 41 großformatigen Fotos aus dem Partnermuseum in Oppeln korrespondieren mit Trachten aus den ebenfalls reichhaltigen OSLM-Sammlungen. Lassen Sie sich inspirieren von einer beziehungsreichen Präsentation.

6.12.2015 -19.02.2017 - „Für Leib und Seele“

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Geschrieben von Pleus
02. Juli 2015
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 Schweidnitzer Keller lang

„Für Leib und Seele“

- Von der Kultur des Essens und Trinkens -

 

„Ebenmäßig trägt das flache Land in Schlesien jährlich reichen Uberfluß an allerley Acker / Korn / und Hülsen-Früchten / und kan auch jedesmal von solchem Uberfluß den dürsstigen Nachbarn mittheilen / dafern der Höchste Gott den Seegen vor Schaden bewahret.“ [Lichtstern, Fridrich (d.i. F. Lucae) 1685]

 

Haushaltungs PensionKüche Oppeln 1917klHunger stillen und Durst löschen - Essen und Trinken sind lebensnotwendige Grundbedürfnisse. Doch die Art und Weise, wie der Mensch seine Nahrung beschafft, zubereitet, damit haushaltet, sie verteilt und verzehrt, unterscheidet ihn vom Tier. Es sind höchst komplexe Handlungen, die der Mensch innerhalb einer Gemeinschaft regelt und organisiert. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich regional unterschiedliche Eigenarten und Vorlieben, Ess- und Ernährungskulturen entwickelt.

Äußere Faktoren wie naturräumliche Gegebenheiten, wissenschaftlich-technischer Fortschritt, politische Reformen, religiöse Zugehörigkeit, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen, aber auch Notzeiten haben den Anbau spezieller Feldfrüchte, die Entstehung ausgefallener Gerichte, die Bevorzugung einzelner Nahrungsmittel oder die Tischsitten und Gebräuche in einer Region beeinflusst.

Die Erzeugung unserer Nahrungsmittel ist und bleibt jedoch ein Eingriff in den Naturhaushalt und bedingt somit Umweltveränderungen. So hat jede Zeit auch mit spezifischen Herausforderungen zu kämpfen: früher Missernten durch Schädlinge, heute Pestizid-Rückstände in Lebensmitteln. Phänomene wie das akute und noch nicht ergründete Bienensterben sorgen für eine wachsende Sensibilität für Natur und Landwirtschaft und einen bewussteren Umgang mit Lebensmitteln.

Die Ernährung stellt zudem einen wichtigen Teil der individuellen Identität dar. Essen wird zum Ausdruck der Integration in bestimmte soziale und kulturelle Kreise. Ob Facebook, Twitter oder Instagram: „Food-Fotografie“ ist ein wahres Massenphänomen unserer Tage. Eine ähnliche Erscheinung kennt bereits das 16. Jahrhundert. Bilder von höfischen Festmahlen waren schon damals Teil der Selbstinszenierung, denn einst wie heute gilt: Man ist, was man isst.

 

Vom 6. Dezember 2015 bis zum 15. Oktober 2016 zeigt das Oberschlesische Landesmuseum eine Ausstellung zur Kultur des Essens und Trinkens am Beispiel Schlesiens.

Blick Reichensteiner Gebirge1944 kl
Dank fruchtbarer Böden wurde Schlesien seit jeher mit Ackerbau und Viehzucht verbunden. Fleischer, Müller, Bäcker, Imker und Brauer entwickelten im Laufe der Zeit die Verarbeitung von Agrarprodukten und verfeinerten die Rezepturen. Die erste Rübenzuckerfabrik Europas wurde 1802 in Kunern (Niederschlesien) gebaut.

Marken wie „Schneekoppe“ oder „Tyskie“, welches aus der traditionsreichen Fürstlichen Brauerei in Tichau hervor ging, erlangten überregionale Bedeutung. Daneben wurden Bunzlauer Keramik und die unverwechselbaren Liegnitzer Bomben vor allem auch bei den Vertriebenen zu Symbolen ihrer schlesischen Identität. Heute gehören in der EU der schlesische Streuselkuchen („Kołocz śląski / kołacz śląski“) der niederschlesische Honig („Miód wrzosowy z Borów Dolnośląskich“) und der traditionelle Schafskäse aus der Tatraregion („Oscypek“) zu den polnischen Produkten mit geschützter Herkunftsbezeichnug. Sie sind weit bekannt und mit ihrer Erzeugungsregion untrennbar verbunden.

Die Ausstellung in Ratingen spannt einen Bogen von Erzeugung und Anbau über die Weiterverarbeitung und Vermarktung, die Konservierung und Vorratshaltung sowie die Verwendung und Zubereitung bis hin zum Verzehr von Lebensmitteln. Hinzu kommt die damit verbundene Entwicklung regionaler Rezepte, Tischsitten und Essrituale sowie die Betrachtung von Lebensmittelversorgung in Krisenzeiten. Vorgestellt werden sollen in dem Zusammenhang typische schlesische Produkte und traditionelle Firmen.

Museumsmaskottchen „Schlesi“ schlüpft in die Rolle unterschiedlicher Berufe und erklärt, wie vor 100 Jahren Mehl gemahlen oder Brot gebacken wurde. Es gibt ausgewählte Objekte zum Anfassen und Experimente zum Ausprobieren.

Hier finden Sie die Pressemitteilung zur Ausstellung mit weiteren Informationen.

 
Klicken Sie das Kuchbuch an. Hier finden Sie di
Titele beliebtesten Rezpte aus der Ausstellung als Download:


Wie gut Schlesien schmeckt, können Sie im Interview mit OSLM-Mitarbeiterin Dr. Susanne Peters-Schildgen bei extra Radio (Sendung vom 23.6) nachören. Klicken Sie dazu einfach auf das Logo. Logo ExtraRadio




Mit Schlesi im Museum

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Geschrieben von Pleus
06. Mai 2014
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Kennst Du mich schon?

schlesie vorstellungKlein und grün, das bin ich: „Schlesi“. Ich bin ein lustiges, neugieriges Gürkchen. Seit 2009 wohne ich im Oberschlesischen Landesmuseum. Eigentlich komme ich aus Schlesien. Das ist eine Region, die im Laufe seiner Geschichte zu vielen Ländern gehörte, es war z.B. deutsch und polnisch. Heute liegt ein großer Teil Schlesiens in Polen, ein kleiner Teil gehört zu Tschechien. Hier wohnen immer noch Deutsche zusammen mit Polen und Tschechen.

Wie Du schon richtig vermutet hast, bin ich keine gewöhnliche Gurke.
Ich kann in unterschiedliche Rollen schlüpfen und durch die Zeit reisen.
Da staunst Du, was?

Als Mönch, König, Bergmann oder Pilot schaue ich mir an, wie die Menschen im Mittelalter oder der Neuzeit in Schlesien gelebt haben. Komm vorbei, dann gehen wir gemeinsam auf Entdeckungstour durch das Museum und die Geschichte! Du findest mich auf Kindertafeln in der Ausstellung.

An den Aktionstagen kannst Du viel Spaß im Museum haben. Es wird gemalt, gebastelt oder experimentiert und Du kannst dabei vieles zu verschiedenen Themen erfahren.

Auch Deinen Geburtstag kannst Du bei uns im Museum feiern und dazu Deine Freunde einladen. Wir erklären Euch gerne Aufregendes aus der Vergangenheit und basteln tolle Dinge.

Hast Du noch Fragen? Wir helfen Dir gerne weiter:
Eliska Hegenscheidt-Nozdrovicka M.A. | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! | 0 21 02 - 96 52 33
Dr. Susanne Peters-Schildgen | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! | 0 21 02 - 96 52 33



Aktuelle Ausstellungen:


Für Leib und Seele. Von der Kultur des Essens und Trinkens (6.12.2015 - verlängert bis zum 19. Februar 2017 )

Bis zum 19. Februar 2017 gibt es bei uns die Ausstellung „Für Leib und Seele – Von der Kultur des Essens und Trinkens“. Was haben die Leute damals in Schlesien gegessen und getrunken? Wie und mit welchen Werkzeugen haben sie ihr Essen zubereitet und gekocht? Wie wurde vor 100 Jahren Brot gebacken? Oder Wurst hergestellt? Wenn Du’s erfahren möchtest, dann komm doch demnächst vorbei!

Wusstest Du zum Beispiel, dass die allererste Zuckerfabrik der Welt in Schlesien gebaut worden ist? Dort konnte zum ersten Mal massenweise Zucker aus Rüben gewonnen werden. Wer weiß – vielleicht würdest Du heute sonst keine Süßigkeiten essen können! Und ohne einen anderen Schlesier würde es wahrscheinlich kein Vanille-, Erdbeer- und Schokoeis in dieser leckeren Kombination geben.

Das alles und viel mehr kannst Du bei uns erfahren. Außerdem wartet ein tolles Programm auf dich. Komm vorbei, wir freuen uns auf Dich!

Dauerausstellung

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Geschrieben von Peters-Schildgen
01. März 2012
Zugriffe: 13712

Bergbau UG

Die Dauerausstellung hat die Kultur und Geschichte Oberschlesiens zum Thema. Textilbahnen mit oberschlesischen Bildmotiven begleiten den Aufstieg ins Obergeschoss. Sie sind so ausgewählt, dass sie auf die drei Hauptthemen der Dauerausstellung vorbereiten:

  • „Oberschlesien vor der Industrialisierung”,
  • „Oberschlesien und die Industrie”,
  • "Oberschlesien in der Politik des 20. Jahrhunderts”.

Kommende Veranstaltungen

Öffentliche Sonntagsführung
durch die Sonderausstellung "Für Leib und Seele - Von der Kultur des Essens und Trinkens"
am Sonntag, 19. Februar um 15 Uhr
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

Samstags im Museum "Alle Vöglein sind schon da"
Museumspädagogisches Programm für Kinder zwischen 6 und 10 Jahren
am Samstag, 25. Februar um 14:30 Uhr
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

Sonntagskonzert: ORPHEUS-QUARTETT
Eine Veranstaltung des Kulturkreises Hösel
am Sonntag, 26. Februar um 17 Uhr
Ort: Stiftung Haus Oberschlesien

Kontakt

Anschrift:
Oberschlesisches Landesmuseum
Bahnhofstraße 62
40883 Ratingen (Hösel)

Telefon:
+49(0)2102-9650

Email:
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