2.4.17 - 27.5.18: 'Schlesische Bahnwelten'

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Written by Peters-Schildgen
31 January 2017
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Gruppenfoto Lok Brynnek MikultschützAnsichtskarte: Gleisarbeiten an der Umgehungsstrecke von Brynnek nach Mikultschütz, 1927, Foto: Privatbesitz Familie Wons, Tworog-Kottenlust/O.S.

Schlesische Bahnwelten: 175 Jahre Modernität und Mobilität
2. April 2017 bis 27. Mai 2018

Eröffnung: Sonntag, 2. April 2017, 15 Uhr

Bald 175 Jahre ist es her, dass die erste schlesische Eisenbahnstrecke eröffnet wurde. Am 21. Mai 1842 fuhr um 11:15 Uhr der erste Zug mit fast 200 Fahrgästen von Breslau nach Ohlau. Die Bahnverbindung zwischen diesen schlesischen Städten zählt zu den frühen in Deutschland überhaupt. Einen Tag nach der feierlichen Probefahrt wurde die Bahnlinie Breslau - Ohlau für den normalen Personenverkehr freigegeben. Die Idee zur eisernen Bahn für den Verkehr ist jedoch älter als das nun 175-jährige Betriebsjubiläum. Schon 1802 wurde eine Pferdeeisenbahn von der Königsgrube zur Königshütte in Oberschlesien angelegt. In den folgenden drei Jahrzehnten kamen verschiedene Pläne auf, dort die Industrialisierung und Bahnanbindung voranzutreiben. Fehlende Rentabilität und noch unausgereifter technologischer Stand verzögerten die Ausführung. Nach der ersten deutschen Eisenbahn von Fürth nach Nürnberg 1835 dauerte es aber nicht mehr lange, dass auch in Preußen das Eisenbahnzeitalter begann. Schon 1848 gab es eine durchgehende Verbindung Berlin - Wien. Das wurde möglich, weil auf der österreichisch-schlesischen Seite ebenfalls ein Industrierevier durch die Kaiser-Ferdinand-Nordbahn die Anbindung an die Hauptstadt suchte. Viele Mittelstädte entwickelten sich bis 1900 durch die Anbindung an die Bahn dynamisch, besonders im Gewerbe. Kleinstädte verdoppelten oder vervielfachten ihre Einwohnerzahl.

Das OSLM begleitet das Bahnjubiläum mit einem mehrjährigen Projekt. Es startet mit der Eröffnung der großen Sonderausstellung „Schlesische Bahnwelten: 175 Jahre Modernität und Mobilität“ am 2. April 2017. Vielfältige Aspekte der Eisenbahngeschichte werden aufgegriffen: Die Eisenbahn brachte Mobilität, förderte den Warenumschlag, die industrielle und städtische Entwicklung, schuf Arbeitsplätze sowie Wohnstätten. Menschen und Unternehmen drängten auf Zugang zum Eisenbahnnetz. Vom Bau der Bahnlinien bis zum aktuellen Betrieb wird das Panorama reichen. Alle heute zu Polen und Tschechien gehörenden schlesischen Landesteile kommen vor. Die robuste Betriebstechnik wurde in Polen noch lange Zeit verwendet und gewartet. Davon zeugen zahlreiche in Deutschland längst verschwundene Relikte. So haben sich quer durch Schlesien lange über die einstige Nutzung hinaus Betriebsstrukturen sichtbar erhalten. Das gilt für Wassertürme und Wasserkräne, für Ringlokschuppen und Drehscheiben, für Signale und Telegrafenleitungen, für beschrankte Bahnübergänge, schienengleiche Bahnsteigzugänge, Stellwerke und sogar für Kilometersteine. Alle diese bahntypischen Zeugnisse gilt es als Bestandteile der Bahnwelt Schlesiens zu erfassen, vorzustellen und in gewisser Weise als Denkmale zu würdigen. Ein wichtiger Aspekt ist die Streckenkunde. Sie soll den Besucher mit den schlesischen Landschaften, den Bahnbauten und weiteren historischen und gegenwärtigen Facetten der Bahn vertraut machen. Zu den Besonderheiten gehören die frühe Elektrifizierung der Schlesischen Gebirgsbahn als gesamtdeutsche Versuchsstrecke. Auch die Tatsache, dass die schnellste Verbindung Berlin - Wien ein halbes Jahrhundert über Oppeln / Opole und Oderberg / Bohumín führte, ist beachtlich.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Lok- und Waggontypen der verschiedenen Epochen. Eisenbahnfreunde verbinden ihre Begeisterung meist mit den Lok- und in diesem Kontext den Wagentypen. Sie werden die Bahnmodelle als Favoriten ihrer Zeit und des Einsatzzweckes unter schlesischer Relevanz antreffen. Die Bahn war und ist auch Lebensbegleiter: Reisende, Arbeiter, Bahnhöfe, Bahnarbeitersiedlungen - das alles zählt zu den Bahnwelten. Die Eisenbahn wird also auch aus der Sicht des Bahnarbeiters, des Fahrgastes, der Stadtentwicklung, der Betriebsabläufe, der Betriebstechnik, der Technikgeschichte usw. betrachtet.  

Dem bewährten Anspruch und Gehalt vorheriger Darbietungen folgend, wird die Sonderschau aus der Gegenwart die Geschichte ablesbar bzw. verständlich machen. Der jeweiligen Zeit innewohnende Entwicklungsperspektiven werden dargestellt. Auf diese Weise können sich neue Zugänge zu Schlesiens Bahnwelt ergeben. Führungen, Workshops, Aktionstage mit praktisch-kreativen Programmteilen werden altersgerecht angeboten.

Das Oberschlesische Landesmuseum stellt auf seiner Homepage unter www.oslm.de sowie bei Facebook in lockerer Folge einige Exponate vor, die erstmals in einer Ausstellung gezeigt werden.

Zur Ausstellung erscheinen eine Begleitschrift sowie kommentierte Streckenkarten der beiden schlesischen Reichsbahndirektionen Breslau und Oppeln aus der Mitte der 1930er Jahre.


Förderung
Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM)

Stadtwerke Ratingen

    
Schirmherrschaft
Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen
Marschallamt der Woiwodschaft Oppeln
Marschallamt der Woiwodschaft Niederschlesien

Partner
Museum in Rybnik / Muzeum w Rybniku
Regionalbahngesellschaft Koleje Śląskie


Begleitprogramm

Vorträge
Aufbruch in die Moderne. 175 Jahre Eisenbahn in Schlesien - Vortrag von Dr. Stephan Kaiser, Oberschlesisches Landesmuseum
Freitag, 21. April 2017, 20:00 - 21:45 Uhr
Kassel, Henschel-Archiv, Veranstaltung  der VHS
Freitag, 5. Mai, 2017
DGEG-Jubiläumstagung Zeche Zollern II/IV, Dortmund

Öffentliche Sonntagsführungen
Mit wechselnden Themenschwerpunkten
21. Mai (Internationaler Museumstag), 18. Juni, 27.  August, und 22. Oktober 2017, jeweils 15 Uhr
Anmeldung unter 0 21 02 - 96 50 erbeten.

Angebote für Kinder und Schulen
Spannende und lehrreiche Programme machen den Schulunterricht lebendig oder sorgen für einen unvergesslichen Kindergeburtstag. Museumsmaskottchen "Schlesi" schlüpft in der 
Ausstellung in die Rolle unterschiedlicher Berufe und erklärt altersgerecht die Welt der Eisenbahn früher und heute.

Museumspädagogik - "Samstags im Museum" (für Kinder von 6 bis 10 Jahren)

Mit dem „Dampfross“ unterwegs
Samstag, 27. Mai 2017, 14:30-16:30 Uhr

Lokführer, Schaffner, Gleisbauer– wer arbeitet bei der Bahn?
Samstag, den 24. Juni 2017, 14:30 – 16:30 Uhr
  
Preis: jeweils 9 EUR, inkl. Eintritt, Führung, Materialien
Anmeldung unter This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. oder 0 21 02 / 96 50


Weitere Termine   

Mit Volldampf voraus - Sommerfest im Oberschlesischen Landesmuseum
Sonntag, 9. Juli 2017, 11-18 Uhr

7. Internationales Dampflokfest im schlesischen Industrie- und Eisenbahnmuseum in Jaworzyna Śląska/Königszelt
Samstag,  9. September - Sonntag, 10. September 2017
dazu zweitägige Sonderzugfahrt des Lausitzer Dampflokclubs von Cottbus nach Königszelt    

neanderland MUSEUMSNACHT des Kreises Mettmann
mit dem Oberschlesisches Landesmuseum
Freitag, 29. September 2017, 18- 24 Uhr   

6. Eisenbahnkonferenz im Museum in Rybnik
Montag, 23. Oktober - Dienstag, 24. Oktober 2017

Links

Zahlreiche Termine rund um das Thema Eisenbahn finden Sie im Eisenbahn-Planer, dem internationalen Eisenbahn-Veranstaltungskalender der Stiftung Deutsche Eisenbahn.

Mit Schlesi im Museum

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Written by Pleus
06 May 2014
Hits: 12608

Kennst Du mich schon?

schlesie vorstellungKlein und grün, das bin ich: „Schlesi“. Ich bin ein lustiges, neugieriges Gürkchen. Seit 2009 wohne ich im Oberschlesischen Landesmuseum. Eigentlich komme ich aus Schlesien. Das ist eine Region, die im Laufe seiner Geschichte zu vielen Ländern gehörte, es war z.B. deutsch und polnisch. Heute liegt ein großer Teil Schlesiens in Polen, ein kleiner Teil gehört zu Tschechien. Hier wohnen immer noch Deutsche zusammen mit Polen und Tschechen.

Wie Du schon richtig vermutet hast, bin ich keine gewöhnliche Gurke.
Ich kann in unterschiedliche Rollen schlüpfen und durch die Zeit reisen.
Da staunst Du, was?

Als Mönch, König, Bergmann oder Pilot schaue ich mir an, wie die Menschen im Mittelalter oder der Neuzeit in Schlesien gelebt haben. Komm vorbei, dann gehen wir gemeinsam auf Entdeckungstour durch das Museum und die Geschichte! Du findest mich auf Kindertafeln in der Ausstellung.

An den Aktionstagen kannst Du viel Spaß im Museum haben. Es wird gemalt, gebastelt oder experimentiert und Du kannst dabei vieles zu verschiedenen Themen erfahren.

Auch Deinen Geburtstag kannst Du bei uns im Museum feiern und dazu Deine Freunde einladen. Wir erklären Euch gerne Aufregendes aus der Vergangenheit und basteln tolle Dinge.

Hast Du noch Fragen? Wir helfen Dir gerne weiter:
Eliska Hegenscheidt-Nozdrovicka M.A. | This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. | 0 21 02 - 96 52 56
Dr. Susanne Peters-Schildgen | This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. | 0 21 02 - 96 52 33


Permanent Exhibition

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Written by Wons
01 March 2012
Hits: 4695

dauerausstellungThe permanent exhibition focuses on culture and history of Upper-Silesia. The three main topics are:

"Upper-Silesia before Industrialization"

"Upper-Silesia and Industry"

"Upper-Silesia in the 20th Century Politics"

The first part of the exhibition is about culture and history of Upper-Silesia before industrialisation. The central point is the German legal settlement since the 13th century which influenced towns as well as rural areas. It was authorized by the Silesian Piasts, a collateral branch of the Polish royal dynasty. Later they allied with the kingdom of Bohemia. As a result, Upper-Silesia became a member of the Holy Roman Empire of German Nation since the middle of 14th century. The House of Habsburg inherited Bohemia. In the 18th century, the Prussian king Friedrich II conquered the largest part of Silesia. Only a small part of Upper-Silesia stayed in possession of Austria.

The second part of the permanent exhibition deals with industrial history of Upper-Silesia, especially with mining as well as extractive metallurgy and metal working. In this context parallels may be drawn to the Ruhr area. The most important industrial managers are introduced – at first the aristocracy as a special characteristic of Upper-Silesian industry – then the Prussian state, civil entrepreneurs and increasingly stock corporations. Historical industrial pictures show how mining and industry developed and how they were perceived. The importance of the railway as a means of transport to the markets and as employer for the industry becomes apparent. Agriculture and its connection to the industry are also depicted followed by impressions of the field of work with links to social problems. Every day life in the Upper Silesian industrial area is represented by typical objects, giving an insight in the deep sense of peoples’ devoutness, as well as topics like family life, school, clubs and sociability.

The third section of the permanent exhibition is about Upper-Silesia caught between the international politics: as a bone of contention between Germany and Poland, as a scene of the German invasion in Poland and the unleashing of World War II and as a place of Nazi crimes in Auschwitz. During that time, the province of Upper Silesia was extended by annexation. The disaster of National Socialism ultimately resulted in flight, expulsion and evacuation of many inhabitants. Personal documents give an insight into historical events and their influence on peoples’ fates. The exhibition ends with a forecast, hopefully expecting a peaceful co-existence of Poles and Germans, who remained in Upper-Silesia as a visible sign of Europe's coming together.

The new basement exhibition is related in detail to the history of mining in Upper Silesia. The visitor can see a recreated mining tunnel section with a coal wagon, a rail section, as well as exhibits illustrative of the mining, the daily routine and miners’ culture and customs in Upper Silesia.

Worth mentioning are also beautiful examples of typical Upper Silesia coal carvings. The "black gold" is compared to the "white gold". These are important objects from the museum’s faience and porcelain collection. The production of faience, which is distinguished by its dark shards of pottery from the white porcelain, is conveyed descriptively. There are also objects from the Krister porcelain manufactory in Waldenburg, the Königszelt porcelain factory as well as use and luxury items made in the Tillowitz porcelain manufactory.

The permanent exhibition allows systematic and comparative access – for example in the museum's pedagogic program – with topics like "migration", "home", "ethnic cleansing", "foreigners" and "comparative industrial history".

Comming Events

Schlesis Ferienbahn - Baue deine eigene Modellbahnwelt
Kinderferienprogramm
am Donnerstag und Freitag, 27. und 28. Juli um 13:30 Uhr
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum


Öffentliche Führung durch die Sonderausstellung "Schlesische Bahnwelten"
am Sonntag, 27. August um 15 Uhr
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

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Address:
Oberschlesisches Landesmuseum
Bahnhofstraße 71
40883 Ratingen (Hösel)

Phone:
+49(0)2102-965-0

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