Melchior Grossek bis 9. Dezember im Historischen Museum Kattowitz

13 March 2014 Hits: 1883 Written by Mehring
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Das Historische Museum Kattowitz zeigt vom 08.11. bis zum 09.12. 2018 die OSLM-Ausstellung "Scherenschnitte und Druckgrafik von Melchior Grossek".

Grossek Fliegerjagd „Wie der Priester von der Kanzel durch das Wort, so soll der Künstler von den Wänden durch das Bild dem Volke predigen. Für beide Prediger lautet der Auftrag: lehret alle Völker.“
Dieser Leitgedanke prägte das geistliche und künstlerische Wirken von Melchior Grossek (1889 – 1967) gleichermaßen. Er verstand sich in erster Linie als Priester und Seelsorger. Doch Zeit seines Lebens drückte er sich auch durch die Kunst aus. Das Oberschlesische Landesmuseum zeigte 2010/11 erstmals einen Querschnitt durch das vielseitige künstlerische Werk dieser bemerkenswerten Persönlichkeit. Nachdem die Ausstellung auch in Grosseks Wahlheimat Berlin, im Domschatz- und Diözesanmuseum Eichstätt und dem Bonifatiushaus in Fulda sowie im Bildungszentrum des Bistums München und Freising gezeigt wurde, ist ein Teil der Ausstellung nun auch im Sauerland zu sehen.

Melchior Grossek wurde 1889 in Bralin im ehemaligen Kreis Groß-Wartenberg (heute: Woiwodschaft Großpolen) geboren. Er studierte katholische Theologie in Breslau und begann gleichzeitig eine künstlerische Ausbildung an der dortigen Kunstakademie bei dem bekannten Künstler Heinrich Tüpke. 1913 kam er unmittelbar nach seiner Priesterweihe als Kaplan nach Berlin. Unterbrochen wurde der Aufenthalt in Berlin durch seine weitere künstlerische Ausbildung in München, Aachen und Bonn von 1920 bis 1922. 1924 trat Grossek seine erste Pfarrstelle in Berlin-Friedrichshagen an. Von 1938 bis zu seinem Ruhestand 1964 war er Pfarrer in der Gemeinde Heilige Familie in Berlin-Lichterfelde.

grossek zeppelin1923 erschien Grosseks bedeutendstes und zentrales künstlerisches Werk: „Gestalten des Todes. Ein Totentanz des Weltkriegs“. Er widmete diese aus 15 Blättern bestehende Scherenschnittreihe seinen beiden Brüdern, die im Ersten Weltkrieg gefallen waren. Der Totentanz ist ein im späten Mittelalter sehr populärer Kunsttypus. In seinen Anfängen wurde er wohl in der Folge der im 14. Jahrhundert ganz Europa heimsuchenden Pest geschaffen. Der Betrachter wird an die eigene Sterblichkeit erinnert und ermahnt, seine christlichen Gebote und sozialen Pflichten zur Erlangung des ewigen Lebens zu erfüllen. Der Erste und Zweite Weltkrieg veranlassten im 20. Jahrhundert viele Künstler, Motive aus dem Totentanz wieder aufzunehmen, oder eigene Werke entsprechend zu benennen. In Grosseks Totentanz bestimmt der erfindungsreiche und gierige Knochenmann das Geschehen auf den Kriegsschauplätzen der Welt. In schauriger Eindringlichkeit werden dem Betrachter die Schrecken des Krieges vor Augen geführt. Dieser Zyklus ist Klage und zugleich Protest gegen das Böse, das allgegenwärtig scheint. Vorgesehen war eine Fortsetzung um zwei weitere Mappen zu je 15 Tafeln, die jedoch nie erschienen sind.

Melchior Grossek lässt sich am ehesten dem Berliner Expressionismus zuordnen. Dieser hatte seinen Höhepunkt bereits überschritten, als Grossek künstlerisch tätig wurde. In erster Linie ist sein Werk aber ein Ausdruck eines christlichen Bekenntnisses.

Comming Events

"Schaukelpferd und Zinnsoldaten. Kindheit und Jugend in Schlesien"
am Sonntag, dem 20. Januar 2019, 15:00 - 16:00 Uhr
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

am Sonntag, dem 20. Januar 2019, 17:00 - 20:00 Uhr
Ort: Stiftung Haus Oberschlesien

am Samstag, dem 26. Januar 2019, 14:30 - 16:30 Uhr
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

am Dienstag, dem 29. Januar 2019, 19:00 Uhr
Ort: Stiftung Haus Oberschlesien



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