Dokumentarfilm „Das nackte Leben. Deutsche Zivilisten in Lagern und Zwangsarbeit jenseits des Eisernen Vorhangs“

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Geschrieben von Skrabania
23. November 2020
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Das Kulturreferat für Oberschlesien bei der Stiftung Haus Oberschlesien freut sich sehr darüber, Ihnen den Dokumentarfilm „Das nackte Leben. Deutsche Zivilisten in Lagern und Zwangsarbeit jenseits des Eisernen Vorhangs“ von Ronald Urbanczyk präsentieren zu können. 

Die Niederlage des nationalsozialistischen Deutschlands am Ende des Zweiten Weltkrieges hatte zur Folge, dass etwa 12 bis 14 Millionen Deutsche aus den deutschen Ostgebieten sowie den übrigen deutschen Siedlungsgebieten in Mittel-, Ost- und Südosteuropa flüchten mussten oder von dort vertrieben wurden. Weit weniger bekannt ist, dass Hundertausende, ja weit über eine Million Deutsche in den Vertreibungsgebieten und in der Sowjetunion in Lagern interniert wurden und teilweise jahrelang Zwangsarbeit leisten mussten. Sie litten unter Hunger, Kälte, grassierenden Krankheiten, Willkür und Misshandlungen durch ihre Peiniger. Eine große Zahl bezahlte die Deportation in Lager mit dem Leben.

Waren die Todesfälle in den Lagern intendiert, war es also systematischer Mord (als Racheakt), oder handelt es sich um bedauerliche Einzelfälle bzw. war der Großteil der Toten den herrschenden Begleitumständen wie Seuchen oder Kälte geschuldet?

Das Schicksal deutscher Zivilisten in Nachkriegslagern blieb bis zur politischen Wende 1990 ein Tabu-Thema. In allen ehemaligen Ostblockstaaten, in denen es Lager gab, beginnt eine schrittweise Aufarbeitung.


 Zentrum Kopf-1

Oma kommt aus Schlesien – Die Erinnerungen der zweiten Generation

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Geschrieben von Skrabania
07. Oktober 2020
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Am 3. und 4. Oktober fand dieses Jahr wieder die beliebte Tagung "Oma kommt aus Schlesien" im HAUS SCHLESIEN in Königswinter-Heisterbacherrott statt, dieses Jahr aufgrund der Coronaeinschränkungen im kleineren Rahmen. 20 Teilnehmer aus verschiedenen Regionen Deutschlands (vom Rheinland bis Berlin) und vier Referenten sprachen über die Erfahrungen mit Flucht, Vertreibung und Aussiedlung im 20. Jahrhundert und darüber, wie die zweite und dritte Generation, die das Thema oft nur aus Erzählungen kannte – wenn denn in der Familie überhaupt darüber gesprochen wurde – die Erlebnisse ihrer Mütter, Väter und Großeltern verarbeitet.

Nach jedem Vortrag hatten die Teilnehmer die Gelegenheit in Kleingruppen von sieben bis acht Teilnehmern die Inhalte des Vortrages zu besprechen und Erfahrungen auszutauschen. Aufgrund der im Vergleich zum letzten Jahr kleineren Gruppen (damals war die Veranstaltung mit 36 Teilnehmern sofort ausgebucht und es musste eine Warteliste angelegt werden) entwickelten sich überaus interessante und offene Gespräche über Heimatverlust der Eltern bzw. Großeltern und die Ungewissheit, diese Heimat jemals wiederzusehen. Auch die Nachwirkungen der traumatisierenden Erlebnisse auf die Kinder und Kindeskinder sowie die Verdrängung des Schmerzes der Vertriebenen aus der Öffentlichkeit aufgrund der deutschen Kriegsschuld wurden thematisiert. Auch befassten sich die Gespräche mit der Frage, wie diese Erfahrungen bzw. ihre Nachwirkungen verarbeitet werden können, wenn die Eltern und Großeltern nicht mehr leben. Dazu können Literatur, das Aufschreiben des Erinnerten und die Vernetzung und Diskussion mit Menschen, die Ähnliches erlebten, dienen. Hier leisten Seminare wie dieses einen wichtigen Beitrag, weshalb es auch im kommenden Jahr wieder angeboten werden soll, um Menschen zusammenzubringen und ihnen in der geschützten Atmosphäre ein offenes Gespräch zu ermöglichen.

Auch die oberschlesischen Aussiedler der 1970er und 1980er Jahre hatten mit schweren Erlebnissen zu kämpfen, sei es noch in Polen, wo nach dem Krieg speziell in Oberschlesien das Sprechen der deutschen Sprache und des oberschlesischen Dialektes unterdrückt wurde, oder nach dem völligen Aufgeben des alten Lebens und dem Neuanfang mit nur zwei Koffern im Westen. Fehlende deutsche Sprachkenntnisse und ein polnischer Akzent erschwerten die Akzeptanz in der neuen Heimat und lösten bisweilen auch Identitätskrisen aus. Besonders Jugendliche entwickelten deshalb oft eine Abwehrhaltung.
Vor allem in NRW haben die oberschlesischen Aussiedler einen immensen demografischen und wirtschaftlichen Beitrag geleistet und außerdem die sterbenden katholischen Kirchengemeinden am Leben gehalten. Sie sind vorbildlich integriert, ein wichtiger Bestandteil der Gesellschaft und Brücke zu Polen. Doch wurden auch sie niemals gefragt, mit welchen Herausforderungen sie es zu tun bekamen, vor welche Probleme sie sich in einer ihnen teils ablehnend gegenüberstehenden Gesellschaft gestellt sahen.

Das bereits von Herrn Adam Wojtala (HAUS SCHLESIEN) an das Kulturreferat herangetragene Format wird mit dem Ziel formalisiert, eine entsprechende Parallelveranstaltung zu entwickeln. Überdies wird in den kommenden Monaten ein Zeitzeugenprojekt aufgebaut, wo die Aussiedler und Aussiedlerkinder aus Oberschlesien zu Wort kommen werden – auch als Ausdruck von Wertschätzung ihrer Integrationsleistung in der BRD.

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1. Gesprächsrunde bei Kaffee und Kuchen in der Bibliothek des HAUS SCHLESIEN

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2. Achim Westerholt bei seinem Vortrag "Neue Heimat? Zur Ankunft der Flüchtlinge und Vertriebenen"

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3. Führung durch das Museum durch Nicola Remig, Leiterin des Dokumentations- und Informationszentrums im HAUS SCHLESIEN

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4. Abschlussrunde, moderiert von Nicola Remig (HAUS SCHLESIEN) und dem Kulturreferenten für Oberschlesien, Dr. David Skrabania

Podium Silesia: Vortrag "Wo die Mauern noch deutsch sprechen. Inschriften-Archäologie in Ober- und Niederschlesien"

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Geschrieben von Skrabania
24. August 2020
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Vortrag von Dawid Smolorz, Bearbeiter und Koordinator des Projektes "Vergessenes Erbe / Vergessene Inschriften"

Nach 1945 fand in den früheren deutschen Ostgebieten eine sehr konsequent, auch wenn nicht überall mit gleichem Engagement durchgeführte „Entdeutschungsaktion“ statt. In Nieder- und Oberschlesien, in Pommern und in Ostpreußen fielen dieser Aktion jegliche deutschsprachigen Informations- und Werbeaufschriften, Ladenschilder und Wegweiser zum Opfer. Nicht nur wurden auf diese Weise sechs Jahre brutaler deutscher Besatzung Polens abreagiert. Man wollte damit auch alle möglichen Beweise dafür entfernen, dass die Wiedergewonnen Gebiete, so die offizielle Bezeichnung der früheren deutschen Ostprovinzen in der Volksrepublik Polen, in Wirklichkeit nicht ganz so urpolnisch waren, wie in der Propaganda verkündet.

Vortrag Smolorz Foto 2Vortrag Smolorz Beispiel 2

Seit dem Fall des Kommunismus sind die sichtbaren Relikte der deutschen Vergangenheit keiner politisch motivierten Zerstörung mehr ausgesetzt. Wo heute Fassaden alter Bürgerhäuser und öffentlicher Gebäude bröckeln, erscheinen nicht selten Schilder längst nicht mehr existierender Geschäfte oder Restaurants. Allgemein gilt die Regel: Je schlechter der Zustand einer Stadt, desto größer die Chance, dass aus dem alten Putz wieder Spuren vergangener Zeiten hervortreten. Doch auch heute wecken die alten deutschen Inschriften in Polen Kontroversen. Gleichzeitig gibt es aber viele positive Beispiele, wo polnische Hausbesitzer, Wohnungsgemeinschaften oder kommunale Verwaltungen im Bewusstsein des historischen Erbes die alten deutschen Aufschriften renovieren oder hervorheben.

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Dawid Smolorz, geb. 1971 in Hindenburg/Zabrze (Oberschlesien), Übersetzer, Regionalforscher, freier Journalist, Autor bzw. Co-Autor populärwissenschaftlicher Publikationen zur oberschlesischen Problematik (u.a. „Grenzgänger. Erzählte Zeiten, Menschen, Orte“, „Schauplatz Oberschlesien”, „Oberschlesien aus der Luft“). Seine Beiträge sind u.a. in der Warschauer „Gazeta Wyborcza“, dem Kattowitzer „Dziennik Zachodni“ und dem „Wochenblatt“, der Zeitung der Deutschen in Polen, erschienen. In Kooperation mit dem Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit in Gleiwitz/Oppeln initiiert er Projekte zur regionalen Thematik. Seit vielen Jahren ist Dawid Smolorz Autor beim Senfkorn-Verlag Görlitz und der in Görlitz erscheinenden Monatsschrift „Schlesien heute“. Er lebt in Gleiwitz.

Veranstaltungstermine

06.10.2020, 18.30 Uhr im Haus Oberschlesien, Bahnhofstr. 71, 40883 Ratingen. Anmeldung: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder telefonisch unter: 0 21 02 / 965 434.

07.10.2020, 19.00 Uhr im Gerhart-Hauptmann-Haus, Bismarckstraße 90, 40210 Düsseldorf. Anmeldung: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder telefonisch unter 0211 / 16 99 111.

08.10.2020, 19:00 Uhr in der Martin-Opitz-Bibliothek, Berliner Platz 5, 44623 Herne. Anmeldung: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder telefonisch unter 02323 / 16 2805.

Es gelten die Hygienevorschriften der Coronaschutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen (1,5 Meter Mindestabstand zwischen Personen, Tragen von Mund-Nasen-Bedeckung). Demnach ist der Veranstalter verpflichtet, die Anwesenheit der Teilnehmer zu dokumentieren. Erforderlich ist die Erfassung von Vor- und Nachnamen, Telefonnummer und Adresse. Um eine vorherige Anmeldung wird gebeten, die Teilnahme ist kostenlos.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!


SILESIA News

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Geschrieben von Skrabania
12. August 2020
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Social Media Header

Sie suchen Informationen über spannende Orte und engagierte Menschen, über Ausstellungen, Exkursionen, Publikationen, Festivals, Tagungen, Workshops und andere Projekte in Deutschland und Polen, die sich mit den unterschiedlichen Facetten der nieder- und oberschlesischen Kultur, Vergangenheit und Gegenwart beschäftigen?

Dann besuchen Sie doch unseren Blog SILESIA News und abonnieren Sie auch gerne unseren Newsletter!

SILESIA News ist ein gemeinsamer Informationsblog der Kulturreferate für Schlesien und Oberschlesien. Der Blog soll Interessierte über die verschiedensten Angebote zur schlesischen Kultur, Geschichte und Gegenwart informieren. Auf dieser Seite können Sie immer aktuelle Nachrichten lesen. Quartalsmäßig melden wir uns bei Ihnen mit einem Newsletter, in dem ausgewählte Beiträge von besonderer Relevanz zusammengestellt sind.

Hier geht es zum Blog: http://www.silesia-news.de/

Der Film „Verschwundene Orte – Auf der Suche nach der versunkenen Heimat“ von Ronald Urbanczyk und Marie Baumgarten

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Geschrieben von Skrabania
08. Juni 2020
Zugriffe: 1500

Das Kulturreferat für Oberschlesien und das Oberschlesische Landesmuseum bei der Stiftung Haus Oberschlesien freuen sich sehr darüber, Ihnen den Film „Verschwundene Orte – Auf der Suche nach der versunkenen Heimat von Ronald Urbanczyk und Marie Baumgarten präsentieren zu können.

In dem Film erinnern ehemalige Bewohner das Schicksal ihrer zurückgelassenen Heimatorte und Häuser in den ehemaligen deutschen Ostprovinzen. Auf einer spannenden Reise zwischen Kaliningrad, Tschechien und Polen begeben sich die geflüchteten und vertriebenen Bewohner auf Spurensuche nach der verschwundenen Heimat.
Die Suche beginnt mit dem Berliner Komponisten Siegfried Matthus in Oblast Kaliningrad im ehemaligen Ostpreußen. An der tschechischen Grenze zu Bayern erzählen Adolf Schmid, Rosa Dobner und Wolf-Dieter Hamperl von den ehemaligen böhmischen Orten des Kreises Tachau, heute Tahov. Im oberschlesischen Lubowitz/Łubowice wird die Ruine des Geburtsschlosses des schlesischen Dichters Joseph Freiherr von Eichendorff durch Blasius Hanczuch und Paul Ryborz vor dem Vergessen bewahrt. Und Horst Hermann führt uns gemeinsam mit Julia Bork vom polnischen Museum der Festung Küstrin durch die versunkenen Wege und Mauerreste der Altstadt im heutigen Kostrzyn.
In ihren Erzählungen wird die Geschichte der vergessenen Orte wieder lebendig, die als Mahnmal gegen jeden Krieg und Exodus denkwürdig leuchten soll.
Der Film ist im Rahmen der Wanderausstellung „Verschwunden – Orte, die es nicht mehr gibt“ im Auftrag des Zentrums gegen Vertreibungen entstanden.

Zentrum Kopf-1

Kommende Veranstaltungen

Wichtiger Hinweis!
Aufgrund der steigenden Coronavirus-Infektionszahlen wurden bundesweit verschärfte Corona-Schutzmaßnahmen beschlossen. Auch das OSLM ist als Kultureinrichtung vom Lockdown betroffen und bleibt vorerst bis zum 30. November 2020 geschlossen. Die nachfolgenden Veranstaltungen  fallen aus bzw. werden verschoben.

Donnerstag, 26.11.2020, 18:30 Uhr -
Lesung: „Joseph von Eichendorff: Aus dem Leben eines Taugenichts“
mit Stephan Schäfer
Ort: Haus Oberschlesien

Samstag, 21. November 2020, 14:00 - 16:00
Unsere Umwelt!

Samstags im Museum. Museumspädagogische Nachmittage für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

Mittwoch, 9. Dezember 2020, 18:30 Uhr

Horst Bieneks Gleiwitzer Kindheit - Vortrag von Prof. Dr. Daniel Pietrek
Ort: Haus Oberschlesien

Da die NRW-Coronaschutzverordnung zunächst bis zum 30.11. Gültigkeit hat, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Entscheidung hinsichtlich der Durchführung der Kindernachmittage im Dezember getroffen werden.

Samstag, 12. Dezember 2020, 14:00 - 16:00 Uhr (Zusatztermin)
Schlesische Weihnachten!
Samstags im Museum. Museumspädagogische Nachmittage für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

Samstag, 19. Dezember 2020, 14:00 - 16:00
Schlesische Weihnachten!
Samstags im Museum. Museumspädagogische Nachmittage für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

Kontakt

Anschrift:
Oberschlesisches Landesmuseum
Bahnhofstraße 62
40883 Ratingen (Hösel)

Telefon:
+49(0)2102-9650

Email:
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