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Bericht zur Tagung „Opa lebt in Schlesien. Identitäten zwischen Deutschland und Polen. Ein Seminar für Aussiedler, Spätaussiedler sowie alle Interessierten mit (familiären) Bezügen nach (Ober-)Schlesien" - Oberschlesisches Landesmuseum

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Bericht zur Tagung „Opa lebt in Schlesien. Identitäten zwischen Deutschland und Polen. Ein Seminar für Aussiedler, Spätaussiedler sowie alle Interessierten mit (familiären) Bezügen nach (Ober-)Schlesien“

Am 24. und 25. Juli 2021 fand in Königswinter eine Tagung des Hauses Schlesien in Kooperation mit dem Kulturreferenten für Oberschlesien, Dr. David Skrabania, statt. Geladen waren Wissenschaftler sowie Schriftsteller, die sich in ihrer Tätigkeit grenzübergreifend mit der Thematik der Aussiedler aus Oberschlesien beschäftigen.

Wie die Leiterin des Dokumentations- und Informationszentrums des Haus Schlesien, Nicola Remig, in ihrer Begrüßungsrede anmerkte, ging es in der Veranstaltung um das persönliche Schicksal derjenigen, die ihre oberschlesische Heimat nach 1950 in Richtung Bundesrepublik verließen. Dr. Skrabania merkte in seinem Vorwort an, dass die Aussiedler in der deutschen Gesellschaft sozusagen „abgetaucht“ waren. Dies habe unter anderem an der Unklarheit über die eigene Identität gelegen. Aufgabe sei es, die Aussiedler aus Oberschlesien und deren Nachkommen, die ein wichtiger Teil der bundesdeutschen Gesellschaft sind, in den Fokus zu rücken und ihnen ein wenig Anerkennung zuteilkommen zu lassen.

Adam Wojtala, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Haus Schlesien, referierte in seinem Vortrag „Oberschlesien – die konfliktreiche Geschichte einer Grenzregion im Spannungsfeld zwischen Deutschland und Polen“ unter anderem über die vielfältige Sprachsituation in Oberschlesien, welche von der jeweiligen Politik ihrer Zeit gesteuert wurde, sowie über die historische Entwicklung der Region.

„Vertriebene, Aussiedler, Spätaussiedler, Aussiedler 2.0 in Deutschland – zwischen Identitätskrise und Integration?“ lautete der Vortrag von Dr. David Skrabania, in dem er die politische und gesellschaftliche Lage der Aussiedler auf beiden Seiten der Grenze schilderte. Er untermauerte seine Ausführungen mit Zitaten eigens durchgeführter Zeitzeugeninterviews aus seinem im kommenden Jahr erscheinenden Buch zur Migrationsgeschichte Oberschlesiens. Die eigene deutsche Identität, Familienzusammenführung sowie der Wunsch nach wirtschaftlichem Aufstieg waren neben der Frustration über das kommunistische System die wichtigsten Beweggründe für die Ausreise, wobei die Motivbündel je nach Zeitraum Unterschiede aufwiesen. Insbesondere im Zusammenhang mit der Verhängung des Kriegsrechts in der Volksrepublik Polen im Dezember 1981, verspürten die Menschen den Drang nach Freiheit. In Deutschland angekommen, war man nicht nur mit Identitäts- und Integrationsproblemen, sondern auch mit Konkurrenzdruck untereinander konfrontiert.

Zum Abschluss des ersten Seminartages zeigte der Schriftsteller und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Polen-Institut in Darmstadt, Dr. Matthias Kneip, in seinem Vortrag „Als Deutsche in Oberschlesien nach 1945. Auf den Spuren meiner Familiengeschichte“ auf, wie das Zusammenwirken der polnischen und deutschen Verhältnisse seine Familie prägte und welchen gesellschaftlichen Veränderungen die Region in der Zeit nach der politischen Wende 1989/90 unterworfen war.

Der Berliner Matthias Nawrat, selbst Ende der 1980er Jahre als Aussiedlerkind aus Oppeln in die Bundesrepublik gekommen, eröffnete den zweiten Tag mit einer Lesung aus seinem Erfolgsroman „Die vielen Tode unseres Opa Jurek“. In dem Buch berichten Enkel über das Leben ihres Großvaters zwischen dessen Internierung in Ausschwitz, inmitten des Warschauer Ghettoaufstands und später in Oppeln. Im Zentrum seiner Kommentierung stand die literarische Verarbeitung der eigenen Familiengeschichte als Angehöriger der zweiten Spätaussiedlergeneration.

Dr. Andrzej Kaluza vom Deutschen Polen-Institut in Darmstadt befasste sich bei seinem Vortrag mit „Besuchen und Paketen: Familienkontakten zwischen Deutschland und Polen sowie der polnischen Politik gegenüber der Deutschen Minderheit bis 1989.“ Bis 1970 gab es keine diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern. Der einzige Kontakt der Oberschlesier mit Deutschland war mit Hilfe des Deutschen Roten Kreuzes möglich und verlief über den Postweg. Reguläre Pakete und Besuche aus der Bundesrepublik waren erst mit der Unterzeichnung des Warschauer Vertrags möglich.

Im Abschlussblock „‘Opa hat es auch nicht leicht‘ – Die Problematik der Oberschlesier und der Deutschen Minderheit in Oberschlesien im Lichte der jüngsten Entwicklungen in der polnischen Gesellschaft und Politik“ stellte Lucjan Dzumla vom Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit in Gleiwitz und Oppeln die geschichtliche Entwicklung sowie die aktuelle Situation und Tätigkeit der Deutschen Minderheit in Oberschlesien vor. Es wurde deutlich, dass die deutsche Minderheit in Oberschlesien einerseits selbstbewusst ihren Weg geht, andererseits sich aber auch vor Probleme gestellt sieht, die vor allem der demografische Wandel mit sich bringt.

Die gut besuchte Veranstaltung gab nicht nur die Möglichkeit, einen Einblick in die vielfältigen Themen um den Komplex der Geschichte der Aussiedler aus Polen zu bekommen, sondern sich auch in anschließenden Diskussionsrunden auszutauschen.

Christoph Labaj/David Skrabania

DSC 1698Adam Wojtala (Haus Schlesien, Königswinter)

DSC 1699Dr. David Skrabania (Kulturreferent für Oberschlesien, Ratingen)

DSC 1715Dr. Matthias Kneip (Deutsches Polen-Institut, Darmstadt)

DSC 1722Matthias Nawrat (Freier Autor, Berlin)

DSC 1739Dr. Andrzej Kaluza (Deutsches Polen-Institut, Darmstadt)

DSC 1750Lucjan Dzumla (DIrektor des Hauses der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit, Gleiwitz/Oppeln)

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