Das „Fest der Freundschaft“ am 13. Juni 2026 hat eindrucksvoll gezeigt, dass Austausch und Begegnung im Mittelpunkt der Arbeit des Oberschlesisches Landesmuseum stehen. Organisiert wurde es anlässlich des 35. Jahrestags der Unterzeichnung des Vertrags zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Polen über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit vom 17. Juni 1991.
Ein Höhepunkt des Tages war die Podiumsdiskussion mit Basil Kerski, Prof. Krzysztof Ruchniewicz, Rafał Sobczak und Joanna Szymańska-Bica. Sie gab wichtige Impulse für den deutsch-polnischen und europäischen Dialog. Im Mittelpunkt standen dabei unter anderem die bedeutende Rolle von Kulturakteurinnen und -akteuren, gemeinsame Verteidigungspolitik und eine zukunftsorientierte Demokratieförderung. Ein weiterer Schwerpunkt war der „Markt der Möglichkeiten“ im Museumsfoyer. Beim liebevoll gestalteten „Sąsiadkaffee“ entstand ein lebendiger Austausch zwischen Menschen aus Initiativen rund um den deutsch-polnischen Dialog, bei dem auch neue Ideen diskutiert wurden. Das bewusst hybride Kunstwort aus dem Polnischen „Sąsiad“ (Nachbar) und dem Deutschen „Kaffee“ stand sinnbildlich für die Atmosphäre des Tages: offen, herzlich und verbindend.
Das Fest bot zudem ein abwechslungsreiches musikalisches Programm. Das Oberschlesische Blasorchester Ratingen begeisterte mit seinem vielseitigen Repertoire und knüpfte unter der Leitung von Andreas Buschmann eindrucksvoll an seine langjährige kulturelle Arbeit an. Für emotionale Akzente sorgte die junge Singer-Songwriterin Nadia Wiercioch, die mit gefühlvollen Balladen und persönlichen Texten eine Atmosphäre zwischen Nachdenklichkeit und Leichtigkeit schuf. Großen Zuspruch erhielt auch der Auftritt von Steffen Möller, der mit Humor, Sprachwitz und einem feinen Gespür für kulturelle Eigenheiten das Publikum durch den deutsch-polnischen Alltag führte. Der vielfach ausgezeichnete Kabarettist und Brückenbauer zwischen beiden Kulturen sorgte für zahlreiche Lacher und begeisterte mit seiner charmanten Bühnenpräsenz. Im Anschluss nutzten viele Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit zum persönlichen Austausch und zur Signierstunde. Die Band Evermonics brachte schließlich sommerliche Stimmung auf die Bühne. Mit einer gelungenen Mischung aus Pop und Soul sorgten Catalina Isidora und Amir Nasr für den gebührenden Ausklang des musikalischen Programms.
Den ganzen Tag über wurde auch für Familien und Kinder ein abwechslungsreiches Programm angeboten. Kreativangebote, Zaubershows und -workshops sowie Spiel- und Bewegungsangebote machten das Museum zu einem lebendigen Treffpunkt auch für die Jüngsten. Die seit 2010 bestehende Kooperation zwischen dem Oberschlesischen Landesmuseum und der Wilhelm-Busch-Schule wurde durch einen Tanzauftritt der Schülerinnen erneut sichtbar gemacht. Ergänzt wurde das Programm durch Kurzführungen durch die Dauer- und Sonderausstellungen, die ganztägige Vorführung des Dokumentarfilms „Leben an Oder und Neiße“ sowie ein Gespräch mit dem Filmemacher Ronald Urbanczyk.
„Das Fest war ein echter Volltreffer, es hat alle Erwartungen übertroffen und wird uns noch lange in bester Erinnerung bleiben. Die Veranstaltung brachte Menschen zusammen und setzte ein starkes Zeichen für Nachbarschaft, kulturelle Vielfalt und europäische Verständigung“, so die Projektleiterinnen Anna Appelhoff und Katarzyna Schieweck.
Die Veranstaltung wurde gefördert von der Landesinitiative „Europa-Schecks“ des Ministers für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien und Chef der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen, aus Mitteln des Ministeriums für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes NRW sowie aus Mitteln des Bundesministeriums des Inneren durch das Kulturreferat für Schlesien am Schlesischen Museum zu Görlitz als Kooperationspartner.